Wefox strebt weitere Kooperationen an

Hannah Petersohn Versicherungen

Insurtechs bauen ihre Marktpräsenz immer weiter aus. Erst vor kurzem vermeldete Clark die Übernahme einer zur Allianz gehörenden Internetplattform. Clark-Konkurrent Wefox reagiert gelassen und plant seinerseits ebenfalls weitere Kooperationen.

Wefox-Ziel: Die Transformation der Versicherungswirtschaft Bild: Adobe Stock/frank29052515

Insurtechs planen nichts Geringeres als einen grundlegenden Wandel der Versicherungswirtschaft. Bild: Adobe Stock/frank29052515

Vor wenigen Tagen hat das Frankfurter Maklerunternehmen Clark bekanntgegeben, die Internetplattform finanzen.de, das zur Allianz-Gruppe gehörte, erworben zu haben. Durch die Übernahme, der die Aufsichtsbehörde noch zustimmen müssen, würde Clark zum Unicorn aufsteigen, wäre also ein Unternehmen, das mit über einer Milliarde Dollar bewertet werden würde, ohne an der Börse gelistet zu sein. „Die finale Freigabe erwarten wir für Anfang nächsten Jahres“, sagte Christopher Oster, CEO und Co-Gründer von Clark, auf procontra-Nachfrage.

Clarks direkter Konkurrent, das Insurtech Wefox, ebenfalls ein Einhorn, sieht den aktuellen Entwicklungen gelassen entgegen: „Individuelle Entwicklungen in den einzelnen Märkten spielen für uns keine große Rolle,“ sagt David Stachon, COO der Versicherungs- und Vertriebsgruppe Wefox. Wefox sammelte im Juni dieses Jahres umgerechnet 533 Millionen Euro von Investoren ein. Die Gesamthöhe der eingeworbenen Mittel liegt bei umgerechnet über 809 Millionen Dollar.

Wefox selbst forciert ebenfalls Kooperationen: „Auch wir halten immer Ausschau nach Innovatoren und gleichgesinnten Unternehmen, die unsere Vision teilen.“ Branchenberichten zufolge habe das Insurtech kürzlich den Berliner Assekuradeur Assona gekauft. Assona bietet Kunden Versicherungen unter anderem für E-Bikes und Boote an und habe 2019 einen Umsatz von über 22 Millionen gemacht. Das erklärte dahinterstehende Ziel: „einen technologischen Paradigmenwechsel in der Versicherungsindustrie herbeizuführen“, so Stachon auf procontra-Nachfrage.

Bleibt die Beratung unabhängig?

Doch inwiefern wirkt sich die Übernahme eines Versicherungsanbieters auf die Unabhängigkeit der Kundenberatung aus? Ähnlich wie auch schon Clark, sieht Wefox-COO Stachon darin keinen Interessenkonflikt. Es handele sich „eher um eine akademische Diskussion“.

Clark-CEO Christopher Oster hingegen schien die Frage nicht zu zu wissenschaftlich, er betonte vielmehr gegenüber procontra, man bleibe unabhängig: „Allianz X wird ein Minderheitsgesellschafter wie auch unsere anderen Minderheitsgesellschafter, ohne Sonderrechte zu bekommen. Versicherungsangebote der Allianz werden daher auch nicht bevorzugt.“ Inwiefern diese Unabhängigkeit von der Allianz auch vertraglich abgesichert ist, bleibt ein Geheimnis. Über vertragliche Details sei Stillschweigen vereinbart, so der Geschäftsführer.

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