Schadenfall der Woche: Hairy Meal statt Happy Meal

Martin Thaler Panorama

Versicherungsbetrug ist auch in den USA ein weitverbreitetes Problem – umso schärfer wollen die zuständigen Behörden durchgreifen. Das bekam nun ein McDonalds-Kunde zu spüren, der eine fragwürdige Extra-Zutat auf seinem Burger reklamierte.

Schadenfall der Woche Bild: procontra

Ein Mann in den USA wird wegen Versicherungsbetrug angeklagt, da er ein Haar auf seinem Burger platziert haben soll. Bild: procontra

Was der Kunde auf einem Big Mac erwarten kann, hat die Fast-Food-Kette McDonalds genau vorgeschrieben: Zwei Rindfleisch-Patties, Special-Sauce, Salat, Käse, Gürkchen, Zwiebel und das alles auf einem Sesambrötchen ­– in den 70er-Jaren entwickelte das Burger-Restaurant gar einen eigenen Jingle, um die Zutatenliste im Gedächtnis seiner Kunden zu verankern.  

Ein Kunde aus dem US-Bundesstaat North Carolina fand nun – so lautete zumindest seine Behauptung ­– eine fragwürdige Extrazutat auf einem seiner Burger: ein Haar. Ein entsprechendes Beweisfoto der haarigen Beilage schickte er anschließend an McDonalds mit der Aufforderung, ihn für den hierdurch erlittenen seelischen Schaden zu entschädigen.  

Ohnmacht nach Haarfund

Zudem verlangte der Mann knapp 1.600 Dollar vom Burgerbrater beziehungsweise dessen Versicherer, der Zurich. Die Begründung: Nach Anblick des Haares sei er ohnmächtig geworden, die medizinischen Kosten seiner Behandlung hätten eben jenen Betrag verursacht.  

Doch statt Geld auf sein Konto überwiesen zu bekommen, erhielt der 41-Jährige Besuch von der Polizei. Wie das Fachmedium "Insurance Business" berichtete, wurde der Mann an diesem Montag verhaftet. Der Grund: Verdacht auf Versicherungsbetrug. Nach Ansicht der Ermittler des North Carolina Department of Insurance’s Criminal Investigations Unit hatte der Burger-Liebhaber das Haar selbst auf seinem Brötchen platziert, nachdem er dessen Verpackung entfernt hatte.  

"Versicherungsbetrug schädigt die Kunden"

„Versicherungsbetrug schädigt die Kunden“, begründete Behördenleiter Mike Causey das resolute Eingreifen. Schätzungsweise 20 Prozent des Prämienvolumens entfalle derzeit für die Regulierung falscher Schadensmeldungen.  

Auch in Deutschland fällt der durch Betrügereien entstandene Schaden hoch aus: Laut GDV gilt jede zehnte Schadensmeldung als dubios. Der Schaden wird auf bis zu fünf Milliarden Euro im Jahr geschätzt.

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