Risiko-Leben: Wie der Markt aktuell tickt

Detlef Pohl Berater Zielgruppenansprache Top News

Im Biometrie-Markt ist die Risiko-Lebensversicherung ein alter Haudegen. Dennoch wird ihr Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft. Dabei ist sie ein unbedingtes Muss für alle, die Partner und Kinder haben.

Die Risiko-Lebensversicherung ist ein Schutzschild für Familien und Häuslebauer. Der Schutz wird wohl 2022 deutlich teurer. Bild: Pixabay/ Lothar Dieterich

Die Risiko-Lebensversicherung ist ein Schutzschild für Familien und Häuslebauer. Der Schutz wird wohl 2022 deutlich teurer. Bild: Pixabay/Lothar Dieterich

Die Risiko-Lebensversicherung steht meist im Schatten der privaten Rentenversicherung, die die Versorgungslücke im Alter aufzufüllen hilft. Doch wenn ein Ernährer der Familie vorzeitig stirbt, bietet die gesetzliche Hinterbliebenenabsicherung nur rudimentären Schutz. Daher gehört eine Risiko-Lebensversicherung zum unbedingten Muss für alle, die Partner und Kinder haben. Der Überlebende muss mit einem Einkommen für Konsum, Vorsorge und Ausbildung der Kinder über die Runden kommen.

Paaren rät Finanzanalytiker und FAZ-Kolumnist Volker Looman zu zwei Risiko-Lebensversicherungen „über Kreuz“. „Im ersten Vertrag ist der Mann Versicherungsnehmer und die Frau die Versicherte, im zweiten Vertrag ist es genau umgekehrt“, schlägt der Finanzanalytiker vor. Das erspare im Fall der Fälle viel Steuern, weil die Versicherungsleistung nicht in die Erbmasse fällt, und sei für unverheiratete Paare sogar ein Muss, weil bei Erbschaften gerade mal 20.000 Euro Freibetrag eingeräumt werden.

Die wichtigsten Anbieter

Im weiter anhaltenden Immobilien-Boom wird der klassische Todesfallschutz weiterhin relativ stark nachgefragt, um den oft langlaufenden Hauskredit abzusichern. VEMA-Makler empfehlen ihren Kunden am meisten diese Anbieter: Allianz, Dialog, Hannoversche, DELA und Europa. In der Trends-Studie III/21 der BBG Betriebsberatung gelten von den Serviceversicherern neben Dialog und Allianz auch Basler, Deutsche Leben, Zurich Life (Eagle Star) und Interrisk als Favoriten der Makler.

Ausführlich hat sich das VersicherungsJournal in einem Extrablatt mit dem Thema beschäftigt (kann hier als kostenloses E-Paper heruntergeladen werden). Ein Ergebnis: Mit rund 4,4 Milliarden Euro laufendem Bruttobeitrag macht die Risiko-Lebensversicherung gut acht Prozent des gesamten Geschäfts der Lebensversicherer aus.

Laut Kölner Institut für Versicherungsinformation und Wirtschaftsdienste (Kivi) bieten zwar 73 Gesellschaften diesen Schutz an. Mehr als die Hälfte entfällt aber auf die sieben größten Anbieter, darunter mit Cosmos, Hannoversche und Europa gleich drei Direktversicherer.

Steigende Beiträge 2022?

Ein weiteres Ergebnis: Die Risiko-Lebensversicherung wird im nächsten Jahr deutlich teurer, heißt es im Extrablatt. Dabei spiele aber die Corona-Pandemie so gut wie keine Rolle. Ursache sei vielmehr die Absenkung des Höchstrechnungszinses. Daher lohnt der Abschluss bei Bedarf – ähnlich wie bei BU-Policen – noch in diesem Jahr.

„Immer wieder brechen neue, recht unbekannte Gesellschaften mit Kampfangeboten in den deutschen Markt ein“, hat Finanzsachverständiger Yan C. Steinschen beobachtet. „Wer tatsächlich dort einen Antrag stellt, muss feststellen, dass die Annahmerichtlinien von überirdisch Gesunden ausgehen“, schreibt das Gründungsmitglied des Bundesverbandes Finanz-Planer im Extrablatt.

Doch es gebe auch Ausnahmen, insbesondere die Dela Lebensversicherungen N.V., so Steinschen. Er zeigt im Extrablatt die Vielfältigkeit der Deckung auf: „Wie hoch“ und „wie lange“ versichert „wer“ „wen“ und in „welcher Form“ „bei wem“.

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