PKV-Rating kürt die besten Vollversicherungen in drei Preisklassen

Florian Burghardt Berater Versicherungen Top News Meistgeklickt

Um die Leistungsqualität der Tarife zu bewerten, wurden insgesamt 151 Merkmale abgeprüft, die sich auf die Bereiche Auslandsschutz, Gebühren, ambulante Leistungen, Heilmittel, Hilfsmittel, Zahnbehandlung und Zahnersatz, Psychotherapie, stationäre Leistungen, Anschlussheilbehandlung-Palliativ, Kur, Transport, Vorsorge und diverse Leistungen verteilen.

Der erreichte Leistungsumfang floss zu 60 Prozent in die Gesamtnote ein, die Höhe der Prämie innerhalb der Tarifgruppe wurde mit 25 Prozent gewichtet und die Substanzkraft des privaten Krankenversicherers mit 15 Prozent. Letzteres Kriterium liefert den Studienautoren zufolge Aussage darüber, wie stabil die Beiträge der getesteten Anbieter in Zukunft sein werden. Eine sehr gute Note in diesem Kriterium lässt demnach darauf schließen, dass der Beitrag nicht nur bei Vertragsunterschrift günstig ist, sondern auch in Zukunft nicht überdurchschnittlich steigen sollte.

„Mit unserer Klassifizierung kann jeder nach dem besten Tarif suchen, der zudem auch zu den eigenen Finanzen passt“, kommentiert DFSI Senior Analyst Sebastian Ewy die Rating-Methodik, die der Beitragshöhe ein Viertel der letztendlichen Gesamtnote zumisst. Ewy betont jedoch auch: „Egal, welchen Schutz man wählt, man sollte auf jeden Fall die allgemeinen Versicherungsbedingungen, das ‚Kleingedruckte‘, vor Abschluss einer Privaten Krankenversicherung ganz genau studieren, damit es im Krankheitsfall keine bösen Überraschungen gibt. Denn auf allen Leistungsniveaus sind hier deutliche Unterschiede zu finden – genau wie bei der Höhe des Beitrags."

Das sind die Testsieger

Die Gesamtbewertungen werden als Schulnoten ausgedrückt. Beim niedrigpreisigen Grundschutz erreicht nur die Hansemerkur mit ihrem Tarif „KVS1, PSV“ die Gesamtbewertung 1,0. Sie setzt sich zusammen aus den Leistungen (1,0), der Prämie (1,1) und der Substanzkraft (1,0). Es folgen die Hallesche („PRIMO.SB 1 Z“) mit der Gesamtnote 1,1 sowie zwei Krankenversicherer mit Note 1,2: Axa („EL Bonus-U, Kompakt ZahnU“) und Barmenia („einsA prima1“).

In der Tarifgruppe Standardschutz steht die SDK („S1, AM30, Z8, NH“) mit einer Gesamtnote von 1,1 ganz oben. Ihr Leistungen wurden besonders stark mit Note 0,7 bewertet, die Prämie mit 1,6 und die Substanzkraft mit 1,9. Auf Platz zwei landete die Debeka („N, NG“) mit Gesamtnote 1,2. Platz drei teilen sich fünf Krankenversicherer mit einer Gesamtnote von 1,3.

Beim Premiumschutz gibt es zwei Testsieger: Die Arag („MedBest“) sowie die Hallesche („NK.Bonus“) erhielten jeweils die Gesamtnote 1,0 für ihre Angebote. Der Tarif der Arag kam auf eine 1,1 bei den Leistungen, die Prämie wurde mit 0,5 benotet und die Substanzkraft mit 1,5. Bei der Halleschen gab es eine 1,0 für die Leistungen, eine 0,7 für die Prämienhöhe und eine 1,6 bei der Substanzkraft.

Es ist kein Geheimnis, dass die Nachfrage nach privaten Krankenvollversicherungen auch von den teilweise sprunghaften Beitragsanpassungen gebremst wird. Dennoch stellt sich die Frage, inwiefern es förderlich ist, Testsieger-Tarife im Bereich Low Budget zu küren. Eine, wenn auch nur teilweise Verlagerung der Policenauswahl über den Preis birgt Risiken. Die procontra-Redaktion will sich mit diesem Thema zeitnah genauer für Sie auseinandersetzen.

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