Neue Beratungspflichten: BVK veröffentlicht aktualisierte Checkliste

Hannah Petersohn Berater Versicherungen

Die EU-Transparenzverordnung gilt seit diesem Frühjahr, Vermittler müssen ihre Kunden nun umfangreicher über Nachhaltigkeitskriterien informieren. Im nächsten Jahr kommen weitere Beratungspflichten auf die Vermittler zu.

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Im kommenden Jahr müssen Vermittler aktive Frage- und Beratungspflichten beim Vertrieb von Versicherungsanlageprodukten beachten. Bild: Adobe Stock/Natee Meepian

Vermittler müssen seit März dieses Jahres ihre Kunden über die Nachhaltigkeitsziele der angebotenen Anlageprodukte informieren. Die Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor, kurz TVO, gilt allerdings nur für Vermittler, die mehr als zwei Mitarbeiter beschäftigen. Seit Inkrafttreten der TVO sind nicht mehr allein das jeweilige Ziel der Anlage und die individuelle Bereitschaft zum Risiko ein Thema in der Anlageberatung, sondern auch die Nachhaltigkeitspräferenzen der Kunden.

Ab dem 2. August nächsten Jahres müssen Vermittler zudem aktive Frage- und Beratungspflichten beim Vertrieb von Versicherungsanlageprodukten wie fondsgebundene und kapitalbildende Lebensversicherungen beachten. Grundlage dafür ist die zur bestehenden TVO ergänzende EU-Verordnung 2021/1257.

Beratung wird differenzierter

Damit die Versicherungsanlageprodukte auch den Kundenpräferenzen entsprechen, wird die Beratung also noch differenzierter: Wünschen sich Kunden eher konkrete ökologische Anlagen? Oder genügen schon allgemein nachhaltige Produkte? Die Vermittler sind verpflichtet, die Wünsche und Ziele der Kunden bei der Auswahl der angebotenen Produkte einzubeziehen und müssen sie darüber hinaus auch schriftlich dokumentieren.

Vor dem Hintergrund der erweiterten Auflagen hat der Bundesverband deutscher Versicherungskaufleute (BVK) in Zusammenarbeit mit Professor Matthias Beenken von der Fachhochschule Dortmund seine bereits bestehende Checkliste überarbeitet und veröffentlicht. „Die Beratung zu Versicherungsanlageprodukten wird damit erneut komplexer und zeitintensiver“, kommentiert Matthias Beenken die neuen Anforderungen. Berater sollten am besten, so Beenken, nicht erst bis August nächsten Jahres warten, bis sie die umfangreicheren Pflichten implementieren, denn: „die Änderungen des Beratungsprozesses werden Zeit und wahrscheinlich auch neue Beratungssoftware erforderlich machen.“

Einen Anteil an der Checkliste hatte offensichtlich auch Andre Kempf, Referatsleiter und Syndikusanwalt der Allianz Lebensversicherung AG. Ihm dankt Beenken in einer Fußnote für „die Überlassung von Textvorschlägen für ungebundene Vermittler, inbes. Makler“.

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