Mit nachhaltigen Anlagen Geld verdienen und gleichzeitig die Welt retten?

Gastkommentar Investmentfonds von Roland Kölsch

Grüne Geldanlagen werden noch immer kritisch beäugt. Doch es gibt einen Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeits- und Finanzperformance. Aber wann werden nachhaltige Investments zu einer nachweislich besseren Welt beitragen? Ein Kommentar von Roland Kölsch, Experte für nachhaltige Geldanlagen

Roland Kölsch, Bild: FNG

Roland Kölsch ist Geschäftsführer bei der Qualitätssicherungsgesellschaft Nachhaltiger Geldanlagen (QNG) und Verantwortlicher des FNG-Siegels. Bild: FNG

Nun handelt es sich um normale gesellschaftliche und mediale Prozesse, wenn etwas, was – wie nachhaltige Geldanlagen – lange in der Nische war, zum Mainstream wird, von allen Seiten beleuchtet und diskutiert wird. Nach einem anfänglich reibungslosen Abheben dieser vielversprechenden Form der Geldanlage, formiert sich nun Gegenwind. Nicht wenige hinterfragen diese exotische, von vielen nicht selten als „esoterisch“, „Gutmenschentum“ oder „grüne Spinnerei“ abgetane Form der Geldanlage.

Hierzu ist es wissenswert, dass es eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien gibt, die eindeutig auf einen Zusammenhang zwischen der sogenannten Nachhaltigkeitsperformance und Finanzperformance bei Unternehmen hinweisen. Ein Zusammenhang, der sich auch in den verschiedenen nachhaltigen Finanzprodukten niederschlägt.

Es ist empirisch unbestritten, dass eine nachhaltige Geldanlage grundsätzlich und im historischen Durchschnitt keinen Nachteil in Sachen Rendite-Risiko mit sich brachte. Zudem zeigen viele Statistiken, dass zum Beispiel Investmentfonds auch nicht teurer sind als konventionelle Produkte. Die Mär vom Renditeverzicht und Vergleiche mit dem teuren „Bio-Apfel“ entsprechen also nicht der Realität. Was natürlich nicht heißt, dass das auch in Zukunft so sein muss. Die Messung der Nachhaltigkeitsperformance von Unternehmen war allerdings bislang nicht systematisch mit spezifischen, objektiv vergleichbaren Wirkungsparametern hinterlegt.

Nun beginnt eine neue Phase des Erwachsenwerdens, nämlich die Beantwortung der großen Impact-Frage. Die Frage also, inwieweit nachhaltige Investments tatsächlich zu einer nachweislich messbaren besseren Welt beitragen. Hierzu sind in für EU-Verhältnisse Windeseile nun viele Projekte angestoßen worden, die die Voraussetzung für mehr Messbarkeit und Vergleichbarkeit schaffen sollen. Dies alles wird zu mehr Klarheit führen und aktuell bereits vorhandene Orientierungshilfen wie (gut gemachte) Ratings oder ganzheitliche Gütesiegel verbessern helfen oder eines Tages sogar überflüssig machen.

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