Koalitionsvertrag: So bewerten ihn Versicherer- und Vermittlerverbände

Florian Burghardt Berater Versicherungen Top News Investmentfonds

Am Mittwochnachmittag haben SPD, FDP und Grüne ihren Koalitionsvertrag vorgelegt. Welche Aspekte der Ampel-Pläne die Verbände AfW, BVK, VOTUM und GDV befürworten und wo sie noch Verbesserungsbedarf sehen.

Erst gestern wurde der Ampel-Koalitionsvertrag vorgelegt. Die Branchenverbände AfW, BVK, VOTUM und GDV haben ihn bereits bezüglich Auswirkungen auf Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler unter die Lupe genommen. Bild: Adobe Stock/Tiko

Erst gestern wurde der Ampel-Koalitionsvertrag vorgelegt. Die Branchenverbände AfW, BVK, VOTUM und GDV haben ihn bereits bezüglich Auswirkungen auf Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler unter die Lupe genommen. Bild: Adobe Stock/Tiko

Am Mittwoch Nachmittag haben SPD, FDP und die Grünen ihren gemeinsamen Koalitionsvertrag vorgestellt. Über die für Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler relevanten Inhalte wie gesetzliche Rente, betriebliche und private Altersvorsorge, private Kranken- und Pflegeversicherung sowie Wohnungsbau hat procontra bereits berichtet.

Nicht zuletzt haben wir den Koalitionsvertrag dabei auch bezüglich direkter Auswirkungen auf die Arbeits- und Verdienstbedingungen für Vermittler unter die Lupe genommen. Schließlich standen in den vergangenen Wochen Überlegungen für ein Provisionsverbot, ein Aufwärmen der Provisionsdeckel-Debatte und eine Übertragung der §34f-Vermittler-Aufsicht auf die BaFin im Raum. Alle diese Punkte sind nun aber anscheinend vom Tisch.

Diese Themen, die direkten Einfluss auf die Beratungsarbeit von knapp 200.000 Versicherungsvermittlern und knapp 40.000 Finanzanlagenvermittlern hätten nehmen können, wurden auch mit Argusaugen von den Vermittlerverbänden AfW, BVK und VOTUM, sowie vom Versichererverband GDV verfolgt. Wie die Verbände die nun vorgelegten Pläne der Ampelkoalition bezüglich dieser und anderer vermittlerrelevanter Themen beurteilen, haben wir in der untenstehenden Bilderstrecke zusammengestellt.

Koalitionsvertrag: Das sagen die Verbände

AfW: Freude über Altersvorsorgepflicht für neue Selbstständige
Beim Bundesverband Finanzdienstleistung AfW freut man sich besonders über einen Satz im Koalitionsvertrag: „Selbständige sind wesentlicher Teil unserer Gesellschaft und Wirtschaft“, heißt es dort. Sowohl für die Vermittlerbetriebe als auch ihre Kunden, etwa aus dem Bereich KMU sowie Freiberufler, sei das ein positives Signal. Zukünftige Gesetzesvorgaben seien vor diesem Hintergrund daran zu messen, ob sie Selbständige fördern und nicht mit übermäßiger Bürokratie belasten oder sie sogar vom Markt verdrängen. Das setzt sich direkt in der mit aufgenommenen Altersvorsorgepflicht für neue Selbstständige fort, was man beim AfW erfreulich findet. Als Alternative zur gesetzlichen Rentenversicherung soll diese Zielgruppe ein insolvenz- und pfändungssicheres privates Vorsorgeprodukt wählen können. „Der soziale Auftrag gerade für unabhängige Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler und -vermittlerinnen wird mit diesem neuen Produkt aufgewertet, da hierfür eine fachkundige Beratung unabdingbar sein wird. Es bleibt abzuwarten, wie seitens der Produktgeber ein entsprechendes Produkt konzipiert wird“, glaubt der geschäftsführende AfW-Vorstand Norman Wirth. Neben zahlreichen anderen Punkten begrüßt sein Verband auch die Abkehr von Provisionsverbot, Provisionsdeckel und 34f-Aufsichtswechsel. Den Wechsel des Finanzministeriums hin zur FDP begreifen Wirth und Co. als große Chance, fachkundiges Gehör für ihre Anliegen zu finden. Bild: AfW