Kfz-Versicherung: Angst vor E-Auto-Bränden weit verbreitet

Florian Burghardt Versicherungen

Viele Deutsche schätzen die Selbstentzündungsgefahr von Elektrofahrzeugen als hoch ein. DEVK und GDV sprechen von einem Vorurteil. Dennoch gibt es im Brandfall einen großen Unterschied zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren.

Kfz-Versicherung: Angst vor E-Auto-Bränden weit verbreitet Bild: picture alliance/dpa/Gu Feng Hz

Ein Elektrotaxi brennt auf einer Straße in der chinesischen Stadt Hangzhou. Laut einer Umfrage im Auftrag der DEVK hält jeder zweite Deutsche E-Autos für besonders brandgefährdet. Bild: picture alliance/dpa/Gu Feng Hz

Ein geparktes Elektroauto geht plötzlich in Flammen auf und beschädigt nebenstehende Fahrzeuge oder verursacht sogar einen Gebäudebrand. Solche Meldungen haben sich offenbar in den Köpfen vieler Menschen eingebrannt. Denn jeder Zweite (49 Prozent) geht davon aus, dass Brände bei E-Autos häufiger vorkommen als bei Benzin- oder Dieselautos. Das geht aus einer Yougov-Umfrage im Auftrag der DEVK-Versicherung unter 2.076 Personen hierzulande hervor.

Je älter die Befragten sind, desto mehr sind sie vom höheren Selbstentzündungsrisiko der E-Autos überzeugt: Bei den über 55-Jährigen sind es 55 Prozent. Unter den jüngsten Befragten bis 24 Jahre glauben hingegen 35 Prozent daran.  

Keinerlei Hinweise auf häufigere Brände

Die DEVK spricht von einem Vorurteil und möchte dieses gerne widerlegen. Bei dem Kölner Versicherer, immerhin Deutschlands fünftgrößter Anbieter von Kfz-Policen, sei im laufenden Jahr noch kein einziges der rund 45.000 versicherten E-Autos in Brand geraten. In einer DEVK-Presseinformation wird zudem Alexander Küsel, Leiter der GDV-Schadenverhütung, zitiert: „Aus unseren Statistiken gibt es bisher keinerlei Hinweise, dass Elektrofahrzeuge häufiger brennen als Autos mit Verbrennungsmotor.“ Im Schnitt würden in Deutschland täglich etwa 40 Autos brennen, so der Gesamtverband.

Demnach liegt das Problem eher in der Wahrnehmung der Menschen – sehr wahrscheinlich gefördert durch Medienberichte, die sich bei brennenden Pkw stark auf E-Autos fokussieren. Das dürfte damit zusammenhängen, dass Elektroautos, deren Antriebsbatterien einmal brennen, viel schwerer zu löschen sind als Autos mit Verbrennungsmotoren. „Sie brennen aufgrund der chemischen Reaktionen innerhalb der Batterie, die das Feuer immer wieder anfachen, deutlich länger und deutlich heißer als Verbrenner. E-Autos können derzeit kaum, oder nur mit extrem viel Wasser über einen langen Zeitraum gelöscht werden“, erklärt DEVK-Schadenspezialist Nils Büker.

Gemäß Feuerwehrangaben wird ein „normales“ Auto in circa 15 Minuten mit 500 Litern Wasser komplett gelöscht. Bei einem Elektrofahrzeug dauere der Löschvorgang hingegen zwei bis drei Stunden und benötige etwa 10.000 Liter Wasser. Anschließend sollte das ausgebrannte Fahrzeug 24 bis 72 Stunden in einem Wasserbad gelagert werden, da die Batterie auch Stunden nach dem Löschen wieder aufflammen kann. Diese Leistungen sind üblicherweise in den Teilkasko-Tarifen für E-Autos enthalten.

Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, abonnieren Sie unseren täglichen kostenlosen Newsletter für weitere relevante Meldungen aus der Versicherungs- und Finanzbranche!