HDI richtet Vertriebsführung neu aus

Hannah Petersohn Berater Produkte & Personalien Versicherungen

Großes Stühlerücken in den HDI-Vorstandsetagen, Hiscox bekommt eine neue Head of Cyber, der Assekuradeur Top-Ass hat eine Allgefahrendeckung für Photovoltaikanlagen in petto und die Continentale Krankenversicherung entwickelt eine elektronische Patientenakte.

Bild: procontra

Neuigkeiten gibt es in dieser Woche unter anderem von der HDI, Hiscox, Markel, der Continentale Krankenversicherung und im Bereich der Photovoltaikanlagen-Policen. Bild: procontra

Wolfgang Hanssmann, Vertriebschef bei Talanx-Tochter HDI, wird im kommenden Jahr nicht mehr in dessen Vorstand sitzen. Der 58-Jährige wird aber weiterhin als „Senior Advisor“ für den Versicherer arbeiten. Christopher Lohmann, Chef des Vorstands, baut die Riege weiter um und holt Stefanie Schlick von der Generali als Vertriebsvorständin für die HDI Deutschland. Sie ist damit neben vier Vorstandsvorsitzenden die zweite weibliche Vorständin im Unternehmen neben Iris Kremers, die den Bereich Bancassurance verantwortet. Eine weitere Neuerung gibt es bei der Sachtochter HDI-Versicherung: Malte Dittmann wird in den Vertriebsvorstand berufen, der bisher bei der Gothaer das Underwriting Nord geleitet hat. Dittmanns Fokus wird auf den regionalen Maklern, Direkt- und Großmaklern liegen sowie auf der Autobranche (Daimler/Porsche). Wie der Versicherungsmonitor meldet, wolle HDI das Schaden- und Unfallgeschäft über Makler von derzeit 500 Millionen Euro auf 800 Millionen Euro ausbauen. Noch eine weitere Personalie beschäftigt den Versicherer: Thomas Lüer, Vorstandsmitglied der HDI Vertriebs-AG, wird bei HDI Leben den Vorstand übernehmen und damit den Maklervertrieb verantworten.

Neue Head of Cyber bei Hiscox

Der Spezialversicherer Hiscox hat zum 1. November eine neue Head of Cyber berufen: Gisa Kimmerle folgt auf Ole Sieverding, der das Unternehmen verlassen hat. Kimmerle ist seit 2018 bei Hiscox tätig und verantwortet in ihrer neuen Funktion den Bereich Cyberversicherungslösung für Geschäftskunden. Desweiteren stehen auf ihrer Agenda die Weiterentwicklung des Cyberwordings, die Risikobewertung von Unternehmen und das Pricing. Zuvor war sie bei der Hannover Rück als Underwriterin und bei der Amlin Insurance SE als Senior Underwriter Casualty in der Cyberproduktentwicklung tätig.

Top-Ass und mailo bieten Allgefahrendeckung für Photovoltaik

Der Assekuradeur Top-Ass bietet gemeinsam mit dem digitalen Gewerbeversicherer mailo eine Versicherung für Photovoltaikanlagen an. mailo übernimmt dabei die Rolle des Risikoträgers, der seine technische Plattform zur Verfügung stellt. „Das Leitbild von Top-Ass ist, Versicherungslösungen für Risiken anzubieten, die bisher am Markt von keinem Versicherer gezeichnet werden“, sagt Harald Brand, Top-Ass-Geschäftsführer. „Im Bereich der Photovoltaik haben wir etwa 18 Jahre Erfahrung. Viele Versicherer haben eine Photovoltaikversicherung im Angebot, aber meines Wissens nach bietet keiner eine sogenannte Wechselrichtergarantie an.“ Der Tarif biete eine Ertragsgarantie, eine Betreiberhaftpflicht sowie den Zusatzeinschluss von Batteriespeichersystemen und Ladestationen für Elektromobilität. Derzeit arbeite Top-Ass gemeinsam mit mailo an einem weiteren Projekt, das in den kommenden Wochen gelauncht werde.

Markel erweitert Cyber-Portfolio

Der auf Gewerbepolicen spezialisierte Versicherer Markel ergänzt sein Cyber-Portfolio um ein Neuprodukt namens „Markel Cyber Solutions“ und positioniert sich damit auch im mittleren Marktsegment. Denn bei dem neunen Produkt handelt es sich um einen Deckungsschutz speziell für Industrie- und Produktionsunternehmen. Der Versicherer übernehme nun auch die Kosten für die Feststellung und Aufklärung von Zugriffen auf Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse, kurz im Fall einer Cyberspionage. Des Weiteren bietet Markel einen sogenannten Konsumentenschutzfond: Wird der Versicherungsnehmer nach einem Cyberschaden dazu verpflichtet, in einen Konsumentenschutzfonds einzuzahlen, ersetzt Markel die zu leistenden Geldbeträge. Darüber hinaus wurde die Deckung „Cyber-Betriebsunterbrechung“ durch Verfügung einer Datenschutzbehörde neu ins Portfolio mitaufgenommen. Markel seien im vergangenen Jahr 109 Cyberschäden gemeldet worden, knapp die Hälfte davon gehen auf die Microsoft-Exchange-Sicherheitslücke zurück. „Durch die Auslagerung der Tätigkeiten ins Homeoffice haben unzählige Unternehmen ein (eher) sicheres Arbeits- und IT-Umfeld verlassen, wodurch sich die Einfallstore für Cyberkriminelle vergrößert haben“, sagt Markel-Vorstandsvorsitzender Frederik Wulff. Um die Bedingungswerke noch lesbarer und leichter anwendbar für den Kunden zu machen, habe man die Begrifflichkeiten klarer definiert und vereinfacht.

Continentale mit elektronischer Patientenakte

Die Continentale Krankenversicherung entwickelt derzeit gemeinsam mit IBM Consulting eine elektronische Patientenakte (ePA). Ziel der ePA ist eine Vernetzung zwischen Ärzten, Apotheken und Patienten. Mit der ePA bietet die Continentale ihren Versicherten die Möglichkeit, ihre individuellen Gesundheitsdaten selbst digital zu verwalten und sie Leistungserbringern zugänglich zu machen. Die Nutzung soll freiwillig und kostenlos sein. Erfasst werden die Informationen in einer App, die gratis über die Stores von Google und Apple erhältlich sein wird. Die Continentale selbst hat keinen Zugriff auf die Daten, lege aber nach eigenen Aussagen großen Wert auf deren Sicherheit.

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