GKV als Vertriebschance und zur Kundenbindung nutzen

Detlef Pohl Berater Panorama Top News

Der Markt der PKV-Vollversicherung bleibt angespannt, die Probleme in der GKV sind weiter ungelöst. Wie Makler die komplizierte Gemengelage für solide Beratung und Kundenbindung auch in der GKV nutzen können, zeigt ein neues Dossier.

Beitragserhöhungen bei gesetzlichen Krankenkassen erlauben den Kassenwechsel, bei dem es für Kunden um Mehrwerte wie Bezahlung nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel geht. Bild: Pixabay/milcamu

Beitragserhöhungen bei gesetzlichen Krankenkassen erlauben den Kassenwechsel, bei dem es für Kunden um Mehrwerte wie Bezahlung nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel geht. Bild: Pixabay/milcamu

In der privaten Krankenversicherung (PKV) werden die Beiträge 2022 durchschnittlich um 4,1 Prozent steigen, hat der PKV-Verband errechnet. Damit fallen die durchschnittlichen Beitragsanpassungen zwar wesentlich geringer aus als noch 2021 (8,1 Prozent), liegen jedoch weiterhin über dem zehnjährigen Schnitt von 2,6 Prozent pro Jahr.

Besserverdiener, Selbstständige und Beamte dürfte das langfristig trotzdem nicht abschrecken, denn die Lücken im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wachsen tendenziell von Jahr zu Jahr, ebenso wie die Finanzierungslücke in der Umlage wegen der demografischen Entwicklung. Ein einfacher Vergleich zwischen PKV und GKV genügt für die Beratung nicht. Auf der Leistungsseite schlägt das Pendel jedoch deutlich zugunsten der PKV.

GKV für Kundenbindung nutzen

Dennoch: Makler sind gut beraten, potenzielle Neukunden zumindest für die private Krankenzusatzversicherung vernünftig bei ihrem aktuellen Wissenstand abzuholen und eine individuelle Bewertung der Lage des Interessenten vorzunehmen. Dabei hilft das Dossier „Die gesetzliche Krankenversicherung als Vertriebschance“ (VersicherungsJournal; hier für 14,90 Euro zum Download erhältlich, für Abonnenten kostenlos). Autor Thomas Adolph, Geschäftsführer der Kassensuche GmbH, Betreiber des Online-Portals Gesetzlichekrankenkassen.de, zeigt, wie die GKV durch Mehrwerte in Service und Cross-Selling zu einem Joker für Vermittler und Kunden wird.

Ausgangspunkt: 90 Prozent der Deutschen sind gesetzlich krankenversichert, die meisten können nur innerhalb der GKV wechseln. Satzungsmäßige Leistungsunterschiede erlauben dem kundigen Makler, auch bei neuen Kunden mit dem Türöffner zu punkten, wonach Gesundheit als höchstes Gut auch die bestmögliche GKV-Leistung verlangt. Zugleich kann der GKV-Beitragsvergleich Einsparpotenziale heben helfen, mit denen sich zum Beispiel private Zusatzversicherungen finanzieren lassen, insbesondere im Zahnbereich. Überdies können Makler dazu beitragen, die Zufriedenheit der Kunden durch gezielte Informationen zum Kassenservice zu verbessern.

Preis- und Leistungsunterschiede zwischen den Kassen

Derzeit wetteifern noch 102 gesetzliche Kassen um die Gunst der Mitglieder (1995: 1.000). Die nach Zahl der Versicherten größten fünf Kassen sind: Techniker Krankenkasse, Barmer, DAK, AOK Bayern sowie AOK Baden-Württemberg. Seit 1996 kann jeder seine Kasse frei wählen. Neben dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent (ohne Anspruch auf Krankengeld: 14,0 Prozent) kann jede Kasse einen Zusatzbeitrag erheben, aktuell zwischen 0,2 Prozent (BKK Würth) und 2,7 Prozent (BKK Stadt Augsburg), Tendenz steigend.

Das Dossier listet ausführlich auch die Leistungsunterschiede unter den Kassen auf, insbesondere die möglichen kassenindividuellen Mehrleistungen und Services. „Lediglich ein kleiner Teil davon wird in der Regel öffentlich publiziert, etwa in der Satzung“, weiß Adolph. Mehrwerte wie professionelle Zahnreinigung, Kostenübernahme für Inlays, Osteopathie, nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel, Reiseschutzimpfungen, erweiterte Vorsorgeuntersuchungen und Präventionsmaßnahmen summieren sich auf bis zu 1.750 Euro pro Jahr und Person. Das Portal Gesetzlichekrankenkassen.de etwa aktualisiert im Schnitt alle 2,5 Monate die Angaben zu jeder Kasse.

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