Finanzberatung: Die meisten Deutschen sind zufrieden

Anne Mareile Walter Berater Versicherungen Investmentfonds

Egal ob Provisions- oder Honorarberatung: Die Mehrheit der Bundesbürger stellt ihren Finanzberatern ein gutes Zeugnis aus und bewertet dabei die Qualität unabhängig von der Vergütungsform.

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Kunden von Vermögens- oder Finanzberatern weisen laut einer aktuellen Studie die beste Ausstattung mit Versicherungen, Fonds und Aktien auf. Bild: Adobe Stock/Puwasit Inyavileart

Das Gros der Deutschen ist mit ihren Finanzberatern zufrieden. Dies ist das Ergebnis einer Befragung des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) unter 2.000 Entscheidern in privaten Haushalten, die in den vergangenen drei Jahren eine Finanzberatung in Anspruch genommen haben. In allen Qualitätskriterien für eine Beratung zeigten sich die meisten Befragten „zufrieden“ (52 Prozent) oder „sehr zufrieden“ (70 Prozent) mit ihrem Berater. Ganze 84 Prozent gaben dies auch in Bezug auf den Umfang und die Qualität der bereitgestellten Informationen an.

Kunden von Vermögens- oder Finanzberatern wiesen zudem die beste Ausstattung mit Versicherungen, Fonds und Aktien auf. Am schlechtesten waren laut der Studie diejenigen Kunden versorgt, die auf jegliche Beratung verzichteten. Auch Kunden, die sich nur von einzelnen Produktanbietern beraten lassen, sehen die Studienautoren im Nachteil, da ihre Portfolios meist nur über Versicherungs- oder Anlageprodukte dieser Anbieter verfügen. Auch wenn Personen eine Beratung von Verbraucherschutzeinrichtungen in Anspruch nehmen, sind sie oft nicht gut aufgestellt. Ausgerechnet sie besitzen häufig Lebensversicherungen, vor denen die Verbraucherschützer warnen.

Provisionsberatung sozial ausgewogener?

Dabei hatte es keinen erkennbaren Einfluss auf die Zufriedenheit der Kunden, ob Berater nun durch Honorare vergütet werden oder auf Provisionsbasis arbeiten. „Die immer wieder anzutreffende Behauptung, die Provisionsberatung übervorteile den Verbraucher, wird von letzteren so nicht gesehen und empfunden“, erklären die beiden Studienautoren Professoren Michael Heuser und Matthias Beenken. Die Provisionsberatung sei zudem sozial ausgewogener als die Honorarberatung. „Provisionen belasten weniger vermögende Kunden geringer als vermögende Kunden."

Dabei weisen die Autoren darauf hin, dass die in Teilen der Politik vertretene Auffassung, die Honorarberatung müsse noch bessere Rahmenbedingungen bekommen, angesichts der sehr niedrigen Verbreitung vertretbar sei. Aber es führe eher zu einer Diskriminierung als zu einer Förderung des Wettbewerbs, wenn eine solche Verbesserung durch politische Zwangsmaßnahmen wie Provisionsdeckel oder -verbote erreicht werden solle. Heuser und Beenken plädieren stattdessen für die Beibehaltung des freien Wettbewerbs zwischen beiden Vergütungskonzepten: "Kunden wollen frei zwischen Provisions- und Honorarberatung wählen können, und diesen Wunsch sollte die Politik auch als Maßstab heranziehen.“

In einer möglichen künftigen Ampelkoalition könnte die Provisionsberatung ordentliche Probleme bekommen, aktuell denken die potenziellen Koalitionspartner über eine schrittweise Abschaffung der Provisionsberatung und einen Wechsel hin zur Honorarberatung nach. Der Fondsverband BVI kritisierte diese Woche, dass ein Provisionsverbot breite Bevölkerungskreise von der Finanzberatung ausschließen würde.

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