Die wichtigsten Rohstoffe kommen aus politisch instabilen Ländern

Gastkommentar Sachwerte von Tobias Stöhr

Durch den Umbau der Energieversorgung wird die Nachfrage nach Mineralien wie Kobalt, Lithium und Graphit in den kommenden Jahren rasant ansteigen. Da diese meist aus konfliktbelasteten Staaten stammen, wird das Thema Kreislaufwirtschaft für die Industrie immer relevanter. Hieraus ergeben sich Chancen für Anleger, glaubt Tobias Stöhr, Börsenexperte bei Spectrum Markets.

Tobias Stöhr Bild: Spectrum Markets

Die Nachfrage nach Lithium, Graphit und Kobalt wird in den kommenden Jahren voraussichtlich enorm steigen – das Thema Kreislaufwirtschaft wird entsprechend an Gewicht gewinnen, glaubt Börsenexperte Tobias Stöhr bei Spectrum Markets. Bild: Spectrum Markets

Angaben des Deutschen Instituts für Geowissenschaften und Rohstoffe zufolge werden die geschätzten Reserven von 173 Gigatonnen konventionellen Öls innerhalb der nächsten vier Jahrzehnte zu einem Versiegen des Angebots führen.  

Als Hauptenergiequelle und Motor der Weltwirtschaft wird es in naher Zukunft keinen wirklichen Nachfolger für Öl geben. Aber wenn man sich die Technologien mit dem größten Potenzial ansieht – wie etwa die Batterietechnologie –, wird man schnell feststellen, was die Rohstoffe von morgen sein werden. In einem Bericht der Weltbank aus dem Jahr 2020 wird geschätzt, dass die Produktion von Mineralien wie Lithium, Graphit und Kobalt bis 2050 um fast 500 Prozent steigen wird und dass mehr als drei Milliarden Tonnen Mineralien und Metalle benötigt werden, um die Energie- und Speicherkapazität zu schaffen, die für die Erreichung der Pariser Klimaziele erforderlich ist.  

Die wichtigsten Rohstoffe werden in einigen wenigen Ländern, die politisch instabil sind, abgebaut. Bestechung, Korruption und staatliche Eingriffe sind nur einige der Risiken. Ganz zu schweigen von den schlechten Arbeitsbedingungen, die sich angesichts des rasanten Anstiegs der Nachfrage nach Lithium, Kobalt usw. wohl kaum ändern werden.  

Angesichts der massiven Nachfrage von Automobilherstellern und anderen industriellen Abnehmern oder Herstellern von Batterien und vor dem Hintergrund der kritischen Umstände im Zusammenhang mit diesen Rohstoffen, unternimmt die Industrie erhebliche Anstrengungen für das, was sie "Kreislaufwirtschaft" nennt.

Anstatt zu versuchen, ihre Rohstoffpreisrisiken abzusichern, konzentriert sich die Industrie mehr und mehr auf Technologien, die die Wiederverwendbarkeit der Materialien erhöhen. Anbieter solcher Technologien wiederum sollten auch für Kleinanleger in den Fokus rücken.