Die gute Nachricht: Künftig kostenlose Psychotherapien in Frankreich

Anne Mareile Walter Versicherungen Panorama

Wer sich in Frankreich bislang auf die Couch eines Psychotherapeuten begeben hat, musste die Kosten dafür aus der eigenen Haushaltskasse berappen. Damit soll künftig Schluss sein: Ab 2022 werden die Leistungen von den französischen Krankenversicherern übernommen.

Frankreich Bild: picture alliance/Zoonar DesignIt

Ab 2022 können sich in Frankreich auch weniger wohlhabende Bevölkerungsgruppen psychotherapeutisch behandeln lassen. Bild: picture alliance/Zoonar DesignIt

„Frankreich ist eines der Länder, in denen die Psychoanalyse am stärksten anerkannt, am häufigsten gelehrt und praktiziert wird.“ So schrieb das „Ärzteblatt“ 2011 in einem Artikel über die psychotherapeutische Berufsausübung im Nachbarland. Frankreich wird darin als „Hochburg der Psychoanalyse“ bezeichnet. Staatlich goutiert wurde dies bis dato nicht – die Franzosen mussten psychotherapeutische Behandlungen aus eigener Tasche bezahlen. Die gute Nachricht: Ab 2022 können auch weniger wohlhabende Bevölkerungsgruppen die Therapien in Anspruch nehmen, denn ab dem kommenden Jahr werden die Leistungen von der Krankenversicherung bezahlt. Das kündigte nun Staatspräsident Emmanuel Macron an. Das Thema psychische Gesundheit sei in Frankreich viel zu lange vernachlässigt worden, sagte er.

Einzige Voraussetzung für die kostenfreie Behandlung: Der behandelnde Arzt muss eine entsprechende Verordnung ausgestellt haben. Damit auch Menschen in weniger dicht besiedelten Gebieten von der neuen Gesundheitsversorgung profitieren, sollen über das Land verteilt staatliche Zentren für psychotherapeutische Behandlungen eingerichtet werden. Bislang sei das Thema psychische Gesundheit in Frankreich nicht angemessen diskutiert und behandelt worden, begründete Macron die Entscheidung.

15 Prozent der Franzosen leiden unter Depressionen

Bedarf scheint in Frankreich vorhanden zu sein: Laut aktuellen Studien leiden rund 15 Prozent der Franzosen unter Depressionen und rund ein Viertel unter Angstzuständen – im Vergleich zur Vor-Pandemie-Zeit nahmen die Erkrankungen zu. Psychologische Verbände in Frankreich gehen davon aus, dass psychische Probleme nun künftig besser behandelt werden können.

Auch hierzulande hat die Corona-Pandemie den psychotherapeutischen Praxen einen größeren Zulauf beschert. Nach einer Umfrage der Deutschen Psychotherapeuten-Vereinigung (DPtV), die Anfang des Jahres durchgeführt wurde, stiegen die Patientenanfragen seit Beginn der Pandemie um durchschnittlich 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an. Hinzu kommt: Der Anteil an Psychotherapeuten, die mehr als zehn Anfragen pro Woche erhielten, war im Januar 2021 doppelt so hoch im Januar 2020. Auch für die Stiftung Deutsche Depressionshilfe war der Corona-Effekt in einer Studie messbar: 33 Prozent von 1.123 Umfrageteilnehmern, die während der Pandemie überwiegend zu Hause waren, gaben darin an, dass der Verzicht auf den Arbeitsplatz und den Umgang mit Kollegen sich negativ auf ihr psychisches Befinden ausgewirkt habe.

Bad News are Good News – negative Schlagzeilen beherrschen auch die Versicherungsbranche. Es ist an der Zeit, den Blick auch auf die positiven Seiten des Metiers zu werfen. Denn es gibt sie, die Good News, die die Branche zuversichtlich stimmen sollten. Von nun an werden wir Ihnen zum Wochenbeginn stets eine gute Nachricht präsentieren, die Ihnen die nötige Zuversicht für die kommende Zeit geben soll. In diesem Sinne hegen wir Positives und blicken zugewandt in die Zukunft.

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