Die gute Nachricht: Kostenlose Krankenversicherung für trans* Personen in Indien

Hannah Petersohn Versicherungen Panorama

Trans* Personen in Indien werden häufig diskriminiert und sind mitunter infolge dessen auch oft von Armut betroffen. Das führt dazu, dass sie nur selten eine Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen können. Eine neue Initiative will das ändern.

Die gute Nachricht: Kostenlose Krankenversicherung für trans* Personen in Indien Bild: picture alliance/Zoonar DesignIt

Trans* Personen in Indien hatten es bisher besonder schwer, meist waren sie nicht einmal krankenversichert. Das ändert sich nun. Bild: picture alliance/Zoonar DesignIt

In Indien sind seit Mitte Oktober dieses Jahres trans*Personen kostenlos krankenversichert. Die Bezeichnung trans* steht für Menschen, die sich nicht oder nicht ausschließlich mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei ihrer Geburt zugeordnet wurde. Laut dem letzten Zensus Indiens im Jahr 2011 leben in Indien 4,8 Millionen trans* Personen, teilt der Verein „Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung“ (BUG) auf seiner Website mit.

In der Studie der „Nationalen Menschenrechtsorganisation“ von 2018, über die die „India Times“ berichtete, gab die Hälfte der befragten trans* Personen an, dass ihnen die finanziellen Mittel für eine geschlechtsangleichende Operation fehlen. Dadurch können sie ihr Geschlecht nicht rechtlich anerkennen lassen, weil das Gesetz eine Operation voraussetzt.

Trans*Menschen in Indien haben ein höheres Gesundheitsrisiko, weil sie infolge struktureller Diskriminierungen häufiger an psychischen Erkrankungen leiden und dadurch auch stärker suizidgefährdet sind. Auch im Gesundheitswesen werden trans* Personen benachteiligt: Immer wieder wurden Fälle bekannt, in denen Krankenhäuser die Behandlung von trans* Personen abgelehnt haben. Die Diskriminierungen führen mitunter dazu, dass Betroffene, wenn überhaupt, nur selten medizinische Versorgung in Anspruch nehmen.

Kostenloser Zugang zur Gesundheitsversorgung

Mithilfe der staatlichen Initiative Ayushman Bharat (übersetzt: „Lang lebe Indien“) soll das nun anders werden. Die Initiative, die vor drei Jahren von Indiens Premierminister Narendra Modi ins Leben gerufen wurde, soll armen Menschen den kostenlosen Zugang zur Gesundheitsversorgung ermöglichen.

Armut betrifft auch trans* Personen, da sie, laut der Studie der „Nationalen Menschenrechtsorganisation“, es auf dem indischen Arbeitsmarkt besonders schwer haben. Demnach standen nur vier Prozent der Befragten in einem nicht prekären Arbeitsverhältnis. Krankenversichert waren zuvor allerdings nur Erwerbstätige im formalen Sektor, erklärt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Da über 88 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung jedoch als Tagelöhner, Landarbeitende oder Kleinhändler arbeiten, war die Mehrheit nicht sozial abgesichert und damit waren bisher auch die meisten trans* Personen nicht krankenversichert.

Nachdem 2019 ein Gesetz gegen transfeindliche Diskriminierung verabschiedet wurde, ist die Neuregelung zur Krankenversicherung bereits die zweite gute Nachricht. Noch dazu wurden im August dieses Jahres im Süden der Millionen-Metropole Hyderabad zwei trans-geführte Gesundheitskliniken eröffnet. Hier arbeiten laut Hindustan Times ausschließlich Menschen, die sich als trans* identifizieren.

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