BVI: Provisionsverbot wäre schädlich für Wettbewerb und Verbraucher

Florian Burghardt Berater Investmentfonds Versicherungen Top News

Die Zukunft der provisionsbasierten Finanzberatung steht aktuell auf der Kippe. Banken- und Fondsverbände warnen mit einer Studie vor einer großflächigen Honorarberatung. Für die Mehrheit der Verbraucher komme diese aus verschiedenen Gründen nicht in Frage.

Die Mehrheit der Deutschen sind Kleinanleger und wollen ihr Geld nur mithilfe von professioneller Beratung investieren. Für die Beratung etwas bezahlen wollen die meisten aber nicht. Einen Stundensatz von 34,80 Euro halten sie im Schnitt für angemessen. B

Die Mehrheit der Deutschen sind Kleinanleger und wollen ihr Geld nur mithilfe von professioneller Beratung investieren. Für die Beratung etwas bezahlen wollen die meisten aber nicht. Einen Stundensatz von 34,80 Euro halten sie im Schnitt für angemessen. Bild: Adobe Stock/nicoletaionescu

Deutschland steuert auf eine Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen zu. Unter einer solchen Bundesregierung könnte die provisionsbasierte Beratung arge Probleme bekommen. Nicht nur, weil diese vor dem Hintergrund konkreter Exzesse und Verfehlungen eine gern genutzte Zielscheibe für Verbraucherschützer und Satiriker darstellt. Sondern auch, weil die potenziellen Koalitionspartner gerade über eine schrittweise Abschaffung der Provisionsberatung und einen Wechsel hin zur Honorarberatung nachdenken.

Ein Provisionsverbot würde aber breite Bevölkerungskreise von der Finanzberatung ausschließen, kritisiert der Fondsverband BVI. Dort verweist man auf eine Studie der Beratungsgesellschaft KPMG (liegt der procontra-Redaktion vor), die im Auftrag der Deutschen Kreditwirtschaft (DK), des Deutschen Derivate Verbands (DDV) sowie des BVI erstellt wurde. Die Datengrundlage bildet eine KANTAR-Befragung unter 2.064 Personen zu ihrem Beratungs- und Investitionsverhalten.

Mehrheit der Deutschen braucht Provisionsberatung

Demnach ist, einen Stundensatz von 180 Euro vorausgesetzt, die Honorarberatung bis zu einem Anlagebetrag von 25.000 Euro teurer als die provisionsbasierte Beratung. Die Hälfte der deutschen Haushalte kann laut KPMG aber maximal 16.900 Euro investieren. Zudem betragen 54,6 Prozent der monatlichen Fonds-Sparpläne unter 100 Euro und 55,5 Prozent der Einmalanlagen in Fonds unter 5.000 Euro.

„Sparer mit kleinerem Geldbeutel prägen den Markt. Vor allem diese Verbraucher sind auf fachkundige Beratung angewiesen. Das leisten zum Beispiel bundesweit deutsche Banken und Sparkassen mit ihrer im europäischen Vergleich hohen Berater- und Filialdichte“, heißt es dazu in einer Stellungnahme des BVI. Mit einem Provisionsverbot könne dieses Angebot zu Lasten der beratungsbedürftigen Verbraucher nicht mehr aufrechterhalten werden.

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