Beratungs-Know-how: PKV und Studium – so klappt’s mit dem Nebenjob

PKV-Wissen Berater von Juliane Moghimi

Vom BAföG mal ganz abgesehen: Für die meisten Studierenden stellt sich irgendwann die Frage, wie sie neben dem Vorlesungsbetrieb oder während der Semesterferien zusätzliches Geld verdienen können. Die Zahlen sprechen Bände: Laut einer Forsa-Umfrage vom Herbst 2020 gehen in Deutschland fast drei Viertel aller Kommilitoninnen und Kommilitonen einem Nebenjob nach.

Als Studi privat versichert und nebenbei arbeiten? Bild: Adobe Stock/Davide Angelini

Als Studi privat versichert und nebenbei arbeiten? Ja! PKV und Nebenjob gehen sehr gut zusammen, wenn bestimmte Parameter erfüllt sind. Bild: Adobe Stock/Davide Angelini

Wer als Vermittlerin oder Vermittler Studierende betreut, sollte sich deshalb mit den Auswirkungen solcher Nebenjobs auf den Versicherungsstatus auskennen. Hier die wichtigsten Fakten im Überblick:

1. Als Studi privatversichert – wie geht das?

Es ist möglich, sich gleich im ersten Semester von der Versicherungspflicht in der GKV befreien zu lassen. Diese Befreiung gilt dann für das gesamte Studium – es sei denn, ein anderer Sachverhalt (wie zum Beispiel ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis) spricht dagegen. Da in aller Regel die Hochschulen bereits bei der Einschreibung einen KV-Nachweis fordern, ist in dem Fall die PKV vorgeschrieben.

2. Bei diesen Jobs bleiben Studierende auf jeden Fall versichungspflichtfrei

Solange keine gesetzliche Versicherungspflicht einsetzt, muss der Kommilitone oder die Kommilitonin nicht in die GKV wechseln. PKV und Nebenjob gehen also problemlos zusammen, wenn

a) lediglich ein Minijob ausgeübt wird (Grenze: 450 Euro monatlich)
b) ein Jobverhältnis während der Semesterferien nur auf Zeit (befristet) besteht und die Arbeitszeit im gesamten Jahr maximal 3 Monate bzw. 70 Tage beträgt (unabhängig von der Höhe des Einkommens).

3. Sonderfall Werkstudent/in

Studierende, die mehr arbeiten und dadurch vielleicht auch schon konkrete praktische Erfahrungen für ihr späteres Berufsleben sammeln möchten, haben eine weitere Möglichkeit: einen Vertrag als Werkstudent*in. Ein solcher erlaubt es ihnen, sowohl während des Studiums als auch in den Semesterferien mehr Stunden zu arbeiten und dadurch mehr zu verdienen, als eben beschrieben. Allerdings gibt es auch hier eine Einschränkung: Der Fokus muss nach wie vor klar auf dem Studium liegen. Deshalb gilt als Faustregel: Während des Semesters darf die wöchentliche Arbeitszeit 20 Stunden nicht überschreiten. In den Semesterferien hingegen darf sie bis zu 40 Stunden betragen – jedoch gilt dies für maximal 26 Wochen pro Kalenderjahr.

Sind diese Bedingungen erfüllt, dann gilt das sogenannte Werkstudentenprivileg. Das bedeutet: Es setzt – ganz gleich, wie hoch das Einkommen ist – keine Versicherungspflicht für die GKV ein. Ebenfalls versicherungsfrei bleiben die Studierenden im Hinblick auf die gesetzliche Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Allerdings müssen bei einem Verdienst ab 451 Euro Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt werden. Die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung hingegen übernimmt der Arbeitgeber.

Gut zu wissen: Ein Werkstudentenvertrag setzt nicht voraus, dass die Fachrichtung des Studiums und die inhaltliche Tätigkeit inhaltlich übereinstimmen – auch wenn dies natürlich für beide Seiten die sinnvollste Variante ist.