400.000 Elementarschutzversicherungen im dritten Quartal neu abgeschlossen

Martin Thaler Versicherungen Highlights 2021

Die Bilder der Flutkatastrophe im Sommer haben bei vielen Hausbesitzern offenbar zu einem Umdenken geführt, wie neue Zahlen des GDV zeigen. Dennoch: Weiterhin die Hälfte aller Häuser ist nicht gegen Naturgefahren versichert.

Hochwasser Bild: picture alliance/Abdulhamid Hosbas

Große Schäden an Wohngebäuden aber auch an Autos hinterließ im Sommer das Unwettertief "Bernd". Bild: picture alliance/Abdulhamid Hosbas

Nach der verheerenden Juli-Flut im Westen Deutschlands, bei der bis zu 200.000 Gebäude beschädigt wurden, ist die Nachfrage nach Elementarversicherungen deutlich gestiegen: „Die Versicherer haben im dritten Quartal etwa 400.000 neue Elementarschadenversicherungen bei Wohngebäuden registriert“, berichtet GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. In der Regel kommen pro Quartal nur zwischen 50.000 und 100.000 neue Verträge hinzu.  

Aufs ganze Jahr 2021 gerechnet, gehen die Versicherer davon aus, dass gegen Jahresende rund 50 Prozent aller Wohngebäude auch gegen Naturkatastrophen wie Starkregen und Überschwemmungen versichert sein werden – das wären vier Prozentpunkte mehr als noch zum Jahresbeginn.  

50 Prozent aller Häuser weiterhin ohne Elementarschutz

Gleichwohl bedeutet das, dass weiterhin 50 Prozent aller Gebäude über keinen Elementarschutz verfügen. „Wir können es nicht hinnehmen, dass jedem zweiten Haus der wichtige Versicherungsschutz gegen Klimaschäden fehlt“, betont Asmussen. Insbesondere in Rheinland-Pfalz, in der die Überschwemmungen im Sommer besonders hohe Schäden verursachten, waren nur 37 Prozent aller Gebäude gegen Hochwasser geschützt.  

Während die Versicherer neue Zahlen präsentieren, kommen an diesem Donnerstag und Freitag die Justizminister der Länder zusammen, um über die Einführung einer Pflichtversicherung zu diskutieren. Ähnliche Diskussionen waren 2017, nachdem Starkregenfälle in Baden-Württemberg und Bayern mehrere Orte verwüstet hatten, geführt worden. Damals hatten sich die Justizminister gegen die Einführung einer Pflichtversicherung ausgesprochen, zu schwer wogen die verfassungsrechtlichen Bedenken.  

Als mögliche Alternative zu einer Pflichtversicherung hatten die Versicherer kürzlich einen eigenen Vorschlag eingebracht: So sollen Wohngebäudeversicherungen künftig nur noch zusammen mit Elementarversicherungen verkauft werden, bestehende Verträge entsprechend ergänzt werden. Nur wenn die Hausbesitzer aktiv widersprechen, entfalle der Elementarschutz – der Hausbesitzer verzichte damit allerdings auch auf staatliche Hilfszahlungen.

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