Social-Media: Vom Post, zur Story, zum Abschluss

Berater Zielgruppenansprache Top News von Mariam Misakian und Olaf Wittrock

Soziale Medien bieten Gewerbemaklern viele Vertriebschancen. Wer die Themen kennt, die seine Zielgruppen bewegen, kann sich als Berater einen Namen machen, auch über Versicherungsfragen hinaus. Das erhöht das Vertrauen – und kann dem Absatz helfen.

Social Media im Gewerbebereich, Bild: Adobe Stock/Bastian

Viele Vermittler sind auf Social Media unterwegs. Funktioniert das auch im Gewerbebereich? Wenn ja, was sollte man beachten? Bild: Adobe Stock/Bastian

Für die Verwandlung vom Sie zum Du, von der Krawatte zum Käppi und vom Schreibtischtäter zur Youtube-Berühmtheit hat der Würzburger Versicherungsmakler Patrick Hamacher sechs Jahre gebraucht. Im Jahr 2015 übernahm er von seinem Vater dessen Makler-Betrieb in Anzug und Krawatte. Heute begegnet Hamacher seinen Kunden vor allem im Internet, in Jeans und T-Shirt. Auf Instagram und Facebook ist er aktiv. Er betreibt mit „Was ist Versicherung?“ einen eigenen Youtube-Kanal für Erklärvideos rund um Gewerbepolicen.

Und er produziert als Co-Gastgeber den Podcast „Versicherungsgeflüster“. Dort tritt er gemeinsam mit Bastian Kunkel auf, ebenfalls Makler und mit seinem Youtube-Kanal „Versicherungen mit Kopf“ und eigenen TikTok-Auftritten ebenfalls eine anerkannte Größe in sozialen Medien. Selbsterklärtes Ziel der beiden, die vor allem Gewerbepolicen an Kleinunternehmer vermitteln: Sie wollen mit Erklärstücken gegen das weit verbreitete Halbwissen angehen, das ihnen bei Versicherungsfragen so oft begegnet. Und natürlich Kunden gewinnen.

"Enormes Vertriebspotential"

Mit ihrer Positionierung als Erklärbären im Netz sind Hamacher und Kunkel auf einem hervorragenden Weg, sagt Jan Roß, Bereichsvorstand Maklervertrieb bei der Zurich, der sich intensiv mit den Auftritten von Gewerbemaklern in sozialen Medien befasst. Denn die beiden haben erkannt, woran es ihren Hauptzielgruppen mangelt: An Wissen, Zeit und Interesse, sich mit Versicherungsfragen zu befassen – und das, obwohl diese für sie überaus relevant sein können.

„Zielgerichtete Inhalte sind Kern einer jeden Social-Media-Kommunikation“, sagt Roß. Kommt eine authentische und persönliche Ansprache dazu, können Makler in ihren Zielgruppen regelrechte Fans gewinnen. „Im besten Fall tauche ich auch in deren tagtäglicher Sphäre auf. Dann muss ich nicht auf Messen oder Veranstaltungen gehen, sondern bin sofort in deren Lebenswirklichkeit präsent“, erklärt Roß. „Solche Begegnungen bieten enormes Vertriebspotenzial.“

Austausch über virtuelle Netzwerke gehört dazu

Wer sich wie Patrick Hamacher inzwischen ganz auf „digitale Nomaden“ und Freelancer konzentriert, für den mag sich die Social-Media-Präsenz mit Baseball-Cap quasi natürlich ergeben. Aber auch in vielen anderen Gewerbe-Zielgruppen gehört der Austausch über virtuelle Netzwerke inzwischen dazu – und bietet Anknüpfungspunkte für Makler: Immer mehr Handwerker, Mediziner, Zahnärzte, Trainer, Coaches, Berater und Agenturen sind selbst auf Instagram aktiv.

Architekten, Juristen und Maschinenbauer suchen vielleicht Fachkräfte auf Linkedin. Gastronomen, Zimmerer und Angehörige des Baunebengewerbes finden sich in Facebook-Gruppen zusammen. Wer als Makler weiß, wo seine Kunden präsent sind, sich dann selbst in diese virtuellen Zirkel einklinkt und gut zuhört, kann an der passenden Stelle unterstützen, aufklären und als Profi ins digitale Gespräch gehen.

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