Schadenfall der Woche: Royaler Ungehorsam

Martin Thaler Versicherungen Panorama

Zwischen der BaFin und dem selbsternannten "König von Deutschland", Peter Fitzek, knallt es mal wieder. Trotz mehrfachen Verbots betreibt dieser weiter dubiose Bank- und Versicherungsgeschäfte.

Schadenfall der Woche Bild: procontra

Erneut gibt es Ärger um die von Peter Fitzek gegründete Bank und Versicherung. Bild: procontra

Ich würd' die Krone täglich wechseln, würde zweimal baden
Würd' die Lottozahlen eine Woche vorher sagen
Bei der Bundeswehr gäb' es nur noch Hitparaden
Ich würd' jeden Tag im Jahr Geburtstag haben  

Rio Reiser wusste ganz genau, was er machen würde, sollte er einmal König von Deutschland werden. Von Bank- und Versicherungsgeschäften träumte Reiser indes nicht – manch anderer „Monarch“ hat da ganz andere Phantasien.

Beispielsweise Peter Fitzek. Manch einer mag sich an die Krönung des gelernten Kochs inklusive Ausrufung des in Wittenberg beheimateten, neun Hektar großen Königreichs Deutschland im Jahr 2012 erinnern. Anderen werden eher die geschäftlichen Unternehmungen Fitzeks in Erinnerung geblieben sein. Neben der Gründung eigener Währungen für sein Mini-Deutschland hat der Wittenberger Potentat auch eine Bank sowie eine eigene Versicherung gegründet – beides selbstverständlich ohne Erlaubnis der BaFin. „Die Gemeinwohlkasse ist nicht Teil des internationalen Finanzsystems und somit die einzige Alternative zum derzeitigen System“, heißt es auf Seiten der "königlichen" Bank.  

Der Versicherer mit royalem Hintergrund („Deutsche Heilfürsorge“) wirbt indes mit niedrigen Preisen („Etwa 10% günstiger als das Angebot einer Versicherung“) und alternativem Leistungskatalog („Alternative Heilmethoden werden bevorzugt“) um Krankenkassen beziehungsweise Versicherungskunden.  

Neues Verbot seitens der BaFin

Da auch für das Versicherungsgeschäft die notwendige Lizenz nicht vorhanden ist, kommt es regelmäßig zum Streit mit der BaFin, die Fitzek und seinen Anhängern den Betrieb von Bank- und Versicherungsgeschäften untersagt. Im März ging die BaFin gegen die Filiale in Ulm vor, nun folgt die Aufforderung, auch in Dresden unverzüglich die untersagten Geschäfte einzustellen.  

Denn die fragwürdigen Angebote scheinen durchaus nachgefragt zu werden. Laut einem Bericht des Deutschlandfunks sei bis Mai eine zweistellige Anzahl Kunden in der Dresdener Filiale vorstellig geworden. Dies berichtete zumindest der ehrenamtliche Filialmitarbeiter Martin Harder.  

Es ist sehr wahrscheinlich, dass mit dem Verbot das letzte Kapitel in dieser Angelegenheit noch nicht abgeschlossen wurde. Nach wie vor werben Gemeinwohlkasse und Deutsche Heilfürsorge im Internet für ihre Dienstleistungen – ein Verbot der BaFin dürfte daran nicht viel ändern. Da bedarf es wohl schon eines royalen Dekrets.

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