Rechtsschutz für Mieter/Vermieter: Finanztest bleibt Methodik schuldig

Detlef Pohl Berater Versicherungen

Demnächst gibt es wieder Nebenkostenabrechnungen – ein typischer Grund für Streit mit Vermietern. Da hilft eine Rechtsschutzversicherung. Doch der Baustein Wohnen allein ist relativ teuer, zeigt ein Finanztest. Die Testmethodik bleibt im Dunkeln.

Rechtsschutzpolicen schützen vor finanziellen Prozessrisiken im Streit mit dem Vermieter, sagt Finanztest nennt aber nicht die Testmethodik der entsprechenden Versicherung. Bild: Pixabay/WilliamCho

Rechtsschutzpolicen schützen vor finanziellen Prozessrisiken im Streit mit dem Vermieter, sagt Finanztest, nennt aber nicht die Testmethodik der entsprechenden Versicherung. Bild: Pixabay/WilliamCho

Rechtsschutzversicherungen stehen derzeit hoch im Kurs. Die Stiftung Warentest hatte Hinweise zur Verkehrs-Rechtsschutzversicherung in der April-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest publiziert, die auch für Makler hilfreich sind. Allerdings wurden seinerzeit nur 15 Angebote von 13 Anbietern getestet.

Das erklärt sich aus der Test-Methodik. „Aus dem Dauertest von Rechtsschutzpaketen für die Lebensbereiche Privat, Beruf und Verkehr (PBV) wurden die Angebote ausgewählt, die mindestens das Qualitätsurteil 'Gut' erreicht haben, ausgewählt und daraufhin untersucht, welchen Schutz sie als Einzelpolice nur für den Verkehrsrechtsschutz bieten“, schrieb Finanztest. Dadurch fielen aber einige wichtige und häufig nachgefragte Anbieter durch das Test-Raster.

Ableitung aus Dauertest mit Risiken

Dasselbe Problem zeigt sich nun beim Baustein Mieter-Rechtsschutz bzw. Vermieter-Rechtsschutz in der November-Ausgabe von Finanztest. Aus dem PBV-Paket wurden nur 12 Angebote als Einzelversicherung (Einzelbaustein Wohnen) für Mieter bzw. Vermieter herausgezogen. Anbieter: Advocard, Allrecht, Arag, Deurag, DEVK (nur für Mieter), Ergo, Itzehoer, Örag, Roland, VGH, Württembergische (nur für Vermieter) und Zurich.

Bei vielen Anbietern kostet das große PBV-Paket mehr als 400 Euro pro Jahr (150 Euro Selbstbeteiligung im Schadenfall). Für Vermieter verteuert sich das Paket durch den Baustein Wohnen häufig sogar auf mehr als 500 Euro Jahr, weil ihr Wohnen-Baustein nicht nur „Wohnungs- und Grundstücks-Rechtsschutz“ enthält, sondern auch Rechtsschutz für Steuerstreit, berichtet Finanztest.

Preisvergleich, aber die Bedingungen?

Mieter zahlen für die Einzelpolice (nur Wohnen) zwischen 47 (VGH) und 161 Euro (Allrecht) pro Jahr, Vermieter zwischen 128 (Württembergische) und 864 Euro (Ergo). Dafür wird sehr unterschiedlicher Inhalt geboten. Dazu wird jedoch überhaupt nichts im Artikel gesagt – ein Unding.

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