Neuwertentschädigung in Privathaftpflicht nur Werbung?

Detlef Pohl Berater Top News

Haftpflicht-Policen im privaten Bereich sind unverzichtbar. Manche Versicherer bieten sogar eine Neuwertentschädigung an. Dieses Versprechen allerdings kritisiert das Verbrauchermagazin Finanztest als reine Werbung und bleibt dabei den Vergleich schuldig.

Finanztest: Neuwertentschädigung in Privathaftpflicht nur Werbung? Bild: Adobe Stock/olly

Die PHV springt ein, wenn Versicherte Schadenersatz zahlen müssen. Selbst kleine Fehler können ohne Versicherungsschutz in den Ruin führen. Bild: Adobe Stock/olly

Privathaftpflichtversicherungen (PHV) sind mit das wichtigste Versicherungsprodukt überhaupt. Und der bedingungsgemäße Schutz wird immer besser, befand jüngst auch Stiftung Warentest. „Die Anbieter werben mit mehr Deckungserweiterungen und höheren Versicherungssummen“, heißt es in der Oktober-Ausgabe von Finanztest.

Wer seine Police heute abschließt, bekommt in der Regel einen erheblich besseren Schutz als beim Abschluss vor fünf oder mehr Jahren, so das Urteil. Den bisherigen Tarif prüfen sollte erst recht, wer nach Abschluss eine Familie gegründet hat, öfter fremde Kinder oder Tiere beaufsichtigt oder eine Ferienwohnung im Ausland gekauft hat, heißt es in der Untersuchung.

Bezahlbarer Schutz gegen den Ruin

Die PHV springt ein, wenn Versicherte Schadenersatz zahlen müssen. Selbst kleine Fehler können ohne Versicherungsschutz in den Ruin führen, wenn dadurch große Schäden entstehen. Weil das aber zum Glück selten passiert, sind die Policen nicht teuer. Dennoch gibt es erhebliche Unterschiede in Preis und Leistung, so Finanztest.

Von den 363 PHV-Angeboten schnitten 159 Tarife sehr gut ab und 121 gut. 54 Tarife sind befriedigend, 22 ausreichend und sieben gar mangelhaft: Verti (Premium Plus), Concordia Basis, Concordia Basis + Baustein volljährige Kinder, Itzehoer (Komfort-Deckung + 3 weitere Bausteine), Oberösterreichische (Komfortschutz), Verti (Premium) und Itzehoer (Komfort-Deckung).

Vergleich zu 2019 und die Test-Methodik

Zum Vergleich: Bei der letzten PHV-Untersuchung in der Oktober-Ausgabe 2019 von Finanztest hatten von 303 PHV-Angeboten 97 Tarife sehr gut abgeschnitten und 105 gut. 57 Tarife waren befriedigend, 35 ausreichend und neun wurden als mangelhaft eingestuft worden.

Zum Test-Raster gehört eine Deckungssumme von mindestens 10 Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden. Darüber hinaus müssen für den Grundschutz, der zu 67 Prozent ins Qualitätsurteil eingeht (33 Prozent beziehen sich auf Deckungserweiterungen), diese Punkte erfüllt sein:

  • Allmählichkeitsschäden,
  • Schäden an fremden Computern (mindestens 50.000 Euro),
  • Gewässerschäden (mindestens 50 Liter je Behälter),
  • Hüten fremder Hunde und Pferde,
  • Mietsachschäden (mindestens 500.000 Euro),
  • vorübergehender Auslandsschutz (mindestens 3 Jahre innerhalb der EU und 1 Jahr weltweit), Vorsorge (neu hinzukommende Risiken nach Abschluss: mindestens 3 Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden sowie 50.000 Euro für Vermögensschäden).

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