Maklerportale: Nur 2 Versicherer können überzeugen

Florian Burghardt Digital Berater Versicherungen

Die Maklerportale von Versicherern sollen den unabhängigen Vermittlern ihre Arbeit erleichtern. Laut einer Studie schaffen das aber aktuell nur zwei von 20 Angeboten. Die befragten Makler gaben auch an, was sie stört und was sie sich für die Zukunft wünschen.

Laut einer Umfrage unter knapp 600 Maklern sorgen die Maklerportale vieler Versicherer regelmäßig für Verzweiflung bei den unabhängigen Vermittlern. Nur zwei Angebote können aktuell mehrheitlich überzeugen. Bild: Adobe Stock/pathdoc

Laut einer Umfrage unter knapp 600 Maklern sorgen die Maklerportale vieler Versicherer regelmäßig für Verzweiflung bei den unabhängigen Vermittlern. Nur zwei Angebote können aktuell mehrheitlich überzeugen. Bild: Adobe Stock/pathdoc

Viele Versicherer bieten Online-Maklerportale an. Diese sollen die unabhängigen Vermittler zum Beispiel direkt bei der Kundenberatung unterstützen, etwa durch grafisch aufbereitete Daten oder Schadenbeispiele. Auch den Vertragsabschluss oder ganz allgemein den Datenaustausch zwischen Versicherer und Makler sollen sie theoretisch ermöglichen und vereinfachen. Praktisch klappt das aber offenbar nur in wenigen Fällen, besagt eine aktuelle Auswertung des Marktforschungsinstituts Nordlight Research. Für diese wurden jetzt im Oktober 599 Makler befragt, die mindestens gelegentlich solche Maklerportale nutzen.

Zur Bewertung standen die Angebote der folgenden 20 großen Versicherer: Allianz, Alte Leipziger/Hallesche, Arag, Axa, Basler, Canada Life, Continentale, DEVK, Die Bayerische, Die Haftpflichtkasse, Ergo, Generali, Gothaer, HDI, Signal Iduna, Swiss Life, VKB/UKV/BBKK, VHV, Volkswohl Bund und Zurich.

Nur 2 Versicherer mit positivem NPS

Die Studienteilnehmer mussten die Maklerportale nach Bekanntheit, Nutzung, Qualität und Weiterempfehlungsbereitschaft einordnen. Eine Rangliste wurde anhand des Net Promoter Scores (NPS) ermittelt. Er zeigt die Differenz aus dem Anteil der Befragten, die ein Maklerportal „am ehesten weiterempfehlen“ würden und denen, die es „wahrscheinlich nicht weiterempfehlen“ würden.

Nach diesem System landete das Maklerportal der Haftpflichtkasse ganz oben. Während 54 Prozent der Makler es weiterempfehlen würden, sahen nur 17 Prozent davon ab. Das ergibt einen NPS von 37. Neben der Haftpflichtkasse konnte aus den 20 Versicherern nur noch die VHV einen positiven NPS erreichen (17). Alle anderen landeten im negativen Bereich. Während die Plätze 11 bis 20 anonymisiert wurden, stellt die Studie die Plätze 3 bis 10 dar:

Canada Life (NPS -5)

Alte Leipziger/Hallesche (NPS -6)

Swiss Life (NPS -13)

Die Bayerische (NPS -14)

Allianz (NPS -18)

Volkswohl Bund (NPS -19)

Basler (NPS -22)

HDI (NPS -25)

„Die Untersuchungsergebnisse zeigen insgesamt, dass es vielen Maklerportalen derzeit noch nicht in ausreichendem Maße gelingt, die Bedarfe und die Wünsche der unabhängigen Vermittler zu erfüllen. Hier besteht für die Zukunft dringender Handlungsbedarf, um die unabhängigen Vertriebspartner auf diesem Wege noch stärker zu begeistern und zu binden“, sagt Dr. Torsten Melles, Geschäftsführer bei Nordlight Research.

Die häufigsten Kritikpunkte

Als häufigste Kritikpunkte nannten die Makler die generell eingeschränkte Benutzerfreundlichkeit (Usability) der Maklerportale, die mangelnde Unterstützung im Verkaufsprozess (Ansprache, Beratung, Abschluss, Fehlerfreiheit), fehlende Anpassbarkeit an individuelle Bedürfnisse und die schlechte Nutzbarkeit der Maklerportale im unmittelbaren Verkaufsgespräch mit den Kunden.

Als positiv beurteilten die Befragten hingegen die Aktualität und Verlässlichkeit der Informationen, zum Beispiel bei den Tarifkonditionen. Für die Zukunft wünschen sich die unabhängigen Vermittler vermehrt Produktvideos und einen Ausbau der Möglichkeiten, die Maklerportale auch als App-Versionen mobil nutzen zu können.

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