Landrover, BMW & Kia - Diese Fahrzeuge werden besonders häufig gestohlen

Martin Thaler Versicherungen

Im Corona-Jahr 2020 wurde nicht nur weniger Auto gefahren, es wurden auch weniger Fahrzeuge gestohlen. Das besagt der neue Autodiebstahl-Report des GDV. Dieser zeigt auch, wo das Risiko am höchsten war und welche Autos bei Dieben als besonders begehrt galten.

Der Land Rover Velar. Bild: Adobe Stock/art_zzz

Heiß begehrt bei Langfingern: Der Land Rover Velar. Bild: Adobe Stock/art_zzz

Was haben die Fahrer von Hyundai-, Mitsubishi, Kia- und Land-Rover-Fahrzeugen gemeinsam: Sie wurden im vergangenen Jahr wesentlich häufiger Opfer von Autodieben als noch ein Jahr zuvor.

Allgemein wurde 2020 jedoch nicht nur weniger Auto gefahren, sondern auch eine geringere Anzahl an Fahrzeugen gestohlen: Insgesamt 10.697 Fahrzeuge wurden gegenüber den Versicherern gemeldet, wie dem aktuellen Autodiebstahl-Report zu entnehmen ist, den der GDV am Donnerstag vorlegte. Zum Vergleich: 2019 waren noch 14.229 und somit knapp 25 Prozent mehr Pkw gestohlen worden. Das Bundeskriminalamt hatte in seinem im Mai veröffentlichten Bundeslagebild zur Kfz-Kriminalität für 2020 noch von 14.025 gestohlenen Pkw gesprochen – hier sind aber auch die Fahrzeuge vermerkt, deren Besitzer über keine Teil- beziehungsweise Vollkasko-Versicherung verfügen.  

Auch auf Länderebene war beinahe überall ein deutlicher Rückgang der versicherten Autodiebstähle festzustellen: In Sachsen, Thüringen sowie Baden-Württemberg gingen die Fallzahlen um jeweils mehr als 30 Prozent zurück. Lediglich im Saarland waren „Automarder“ 2020 häufiger aktiv als im Vorjahr: 16 Prozent mehr Fälle wurden registriert.

Berlin bleibt Hauptstadt der Autodiebe

Mit insgesamt 87 Diebstählen liegt das kleinste deutsche Flächenbundesland bundesweit jedoch an letzter Stelle. Auch in Bremen (102 Pkw-Diebstähle) und Thüringen (127 Diebstähle) war das Risiko eines entwendeten Fahrzeugs vergleichsweise gering.  

Ganz anders sieht die Situation hingegen in der Bundeshauptstadt aus: Wer in Berlin ein Auto besitzt, lebt gefährlich. „Nirgendwo werden so viele Autos gestohlen wie in Berlin. Mehr als jedes fünfte geklaute Auto in Deutschland wird in der Hauptstadt gestohlen. Hier gibt es mehr als doppelt so viele Diebstähle wie in Bayern und Baden-Württemberg zusammen“, erklärte Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende GDV-Geschäftsführerin, mit Blick auf die 2.267 bei den Versicherern gemeldeten Fahrzeug-Diebstähle. Erfreulich ist jedoch, dass auch an der Spree die Kfz-Diebstähle im Vergleich zum Vorjahr stark rückläufig waren (- 27,6 Prozent).  

Im Vergleich mit anderen Großstädten sind die Berliner Zahlen jedoch verheerend: So verzeichnet Berlin knapp doppelt so viele Diebstähle wie die vier größten Städten nach Berlin, Hamburg (769), München (91), Köln (209) und Frankfurt am Main (100) zusammen. Die herausgehobene Position Berlins dürfte mit seiner geografisch günstigen Lage zusammenhängen: Nach wie vor werden laut BKA viele gestohlene Autos nach Polen und Litauen gebracht, von wo sie aus in Richtung Zentralasien – insbesondere Tadschikistan – verschoben werden.  

SUVs besonders gefragt

Besonders beliebt bei den Dieben sind dabei SUVs. „Unter den Top 10 der gestohlenen Autos sind 7 SUVs“, berichtet Käfer-Rohrbach. Ganz oben in der „Beliebtheitsskala“ steht der Land Rover Velar – pro 1.000 Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr 15,5 geklaut. Auf den Listen der Autoknacker stehen zudem der BMW X6 (9/ 1.000), der Kia Stinger (6,7/ 1.000) und der Range Rover aus dem Hause Land Rover (5,9/ 1.000). Während der Kia Stinger 2019 noch überhaupt nicht unter den 50 am häufigsten gestohlenen Fahrzeugen gelistet war, waren die übrigen genannten Fahrzeuge auch 2019 bei Dieben schon äußerst begehrt.  

Die Fokussierung auf hochpreisige SUVs dürfte auch erklären, warum die durchschnittliche Schadenhöhe für die Versicherer immer höher wird. Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Schaden bei einem versicherten Fahrzeugdiebstahl erstmals über 20.000 Euro (20.002 Euro) – 2019 hatte der Durchschnittsschaden für die Versicherer noch bei 19.637 Euro gelegen. Besonders teuer wird es für die Versicherer übrigens, wenn ein Porsche 911 der 7. Generation gestohlen wird – dann wurde der Versicherungsnehmer durchschnittlich mit 119.676 Euro entschädigt.  

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