„Kurzzeit-Versicherungen am Ski-Lift können nur eine Übergangslösung sein“

Anne Mareile Walter Berater Versicherungen

Nachdem die Pandemie in der vergangenen Saison den Wintersport in vielen Regionen zum Erliegen gebracht hat, dürften in diesem Jahr etliche Ski-Lifte wieder in Betrieb genommen werden. Welchen Versicherungsschutz Wintersportler benötigen, wie sinnvoll Kurzzeit-Versicherungen sind und ob Unfälle auf der Piste nach dem Après-Ski-Alkoholgenuss entschädigt werden – darüber sprach procontra mit Versicherungsfachmann Benjamin Mai von der transparent-beraten.de GmbH.

Mai Bild: privat

Die Wintersportsaison steht kurz bevor, der Urlaub ins Skigebiet ist gebucht: Über den Versicherungsschutz für Skifahrer und Snowboarder klärt Versicherungsfachmann Benjamin Mai von transparent-beraten.de auf. Bild: privat

procontra: Wegen der Corona-Pandemie war in der vergangenen Saison Wintersport vielerorts nicht möglich. In diesem Winter sieht die Lage besser aus. Zu welchen Versicherungen raten Sie Wintersportlern?

Benjamin Mai: Allgemein Personen, die viel auf Reisen sind, sollten eine private Haftpflicht- und eine private Unfallversicherung besitzen. Auch eine Hausratversicherung, die Sportgeräte in geschlossenen Räumen mitabsichert, ist für Wintersportler ein Muss – eine Auslandskrankenversicherung ist optional sinnvoll.

procontra: Da vor allem Unfallversicherungen als ratsam gelten: Auf welche Punkte sollten Ihre Kunden hier besonders achten?

Benjamin Mai: Wichtig ist, dass beim Abschluss eine hohe Grundinvaliditätssumme miteinkalkuliert wird. Und es ist sinnvoll, ein Krankenhaustageld und ein Genesungsgeld zu vereinbaren. Dabei sollte die Unfallversicherung auch Bergungs-, Rettungs-, Such- und Transportkosten miteinschließen und Unfälle absichern, die abseits von Skipisten passieren. Je nach individueller Situation gibt es noch weitere Punkte zu beachten. Hier ist das Gespräch mit einem Makler auf jeden Fall ratsam.  

procontra: Einige Versicherer bieten Kurzzeit-Unfallversicherungen für die Dauer des Ski-Urlaubs an, die laut Werbung noch am Ski-Lift abgeschlossen werden können. Halten Sie solche Versicherungen für ratsam?

Benjamin Mai: Für den Fall, dass der Urlaub schon begonnen hat und eine Versicherung fehlt, ist eine Kurzzeit-Unfallversicherung eine Möglichkeit – aber das kann immer nur eine Übergangslösung sein. Eigentlich sollte die Absicherung, private Haftpflicht und private Unfallversicherung, schon im Voraus abgeschlossen sein. Auch auf dem Weg in den Urlaub kann ein Unfall passieren.

procontra: Für viele Wintersportler gehört Après-Ski zum Urlaub dazu. Doch fallen Skiunfälle unter Alkoholeinfluss überhaupt unter den Schutz der Unfallversicherung?

Benjamin Mai: Ein Schutz bei alkoholbedingten Bewusstseinsstörungen ist in vielen Unfallversicherungen mit enthalten. Vorher sollte aber genau geprüft werden, wann der Schutz greift und ob eventuelle Ausschlüsse vorgesehen sind. Dazu kann man in die Versicherungsbedingungen schauen oder direkt beim Versicherer oder Versicherungsmakler nachfragen.

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