„Ihre Baufinanzierung beim Testsieger“ – Volksbank muss Werbung zurückziehen

Martin Thaler Berater Panorama

Auszeichnungen sind in der Werbung ein gern benutztes Mittel. Allerdings ist ihre Verwendung an bestimmte Regeln geknüpft, wie nun die Wettbewerbszentrale verdeutlicht.

Wettbewerbszentrale Bild: Adobe Stock/Tim Scott

Wer mit der Auszeichnung "Testsieger" wirbt, muss einige Punkte beachten – sonst droht Ärger mit der Wettbewerbszentrale. Bild: Adobe Stock/Tim Scott

„Testsieger“ – das klingt für den Kunden nach einer Versprechung: „Wer die kritischen Prüfer überzeugt, wird seine Sache schon nicht so ganz falsch machen“, denkt so mancher Kunde. Im unübersichtlichen Dschungel der Angebote kann die Krone des Testsiegers schnell den entscheidenden Anstoß geben, dem „Testsieger“ unter den Anbietern das Vertrauen zu schenken.  

Entsprechend erpicht sind die Unternehmen verständlicherweise, sich als solche zu präsentieren. Dabei sind sie jedoch an bestimmte Regeln gebunden, wie nun eine Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands unterstreicht.  

So hatte eine Volksbank im Internet vollmundig mit dem Slogan „Ihre Baufinanzierung beim Testsieger“ für Immobilienfinanzierungen geworben. Wann und wo die Volksbank zum Sieger gekürt worden war, blieb für die Kunden in spe unbekannt.  

Wettbewerbszentrale nimmt Anstoß an Werbung

Hieran stieß sich die Wettbewerbszentrale, die auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes verwies: Im Jahr 2016 hatten die Karlsruher Richter entschieden (Az: I ZR 26/15), dass bei der Werbung mit Testergebnissen zumindest eine Fundstelle erwähnt werden müsse, unter der der potentielle Kunden Details zum Test nachlesen könne.  

Auf die Kritik der Wettbewerbszentrale reagierte die Volksbank schnell und gab innerhalb weniger Tage eine Unterlassungserklärung ab. Die Werbung wurde entsprechend geändert.  

Auch Versicherungsmakler werben gerne mit Auszeichnungen und Siegeln – deren Einsatz sollte allerdings nicht allzu leichtfertig erfolgen. „Die wichtigste Regel bei solcher Werbung lautet, Transparenz und Nachvollziehbarkeit an den Tag zu legen“, erklärte Peter Breun-Goerke, Syndikusrechtsanwalt der Wettbewerbszentrale Bad Homburg, im Gespräch mit procontra.

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