Getsafe erhält Versicherer-Lizenz

Florian Burghardt Digital Versicherungen Highlights 2021

Vor sieben Jahren als Makler gestartet hat sich Getsafe zum Assekuradeur und jetzt auch zum Versicherer gewandelt. Einige Produkte bieten die Heidelberger nun selbst als Risikoträger an – und schielen bereits auf weitere europäische Märkte.

Feierliche Eröffnung: Getsafe darf von nun an bestimmte Policen hierzulande selbst als Versicherer anbieten. Vor sieben Jahren war das Insurtech als Makler gestartet. Bild: Adobe Stock/Pixel-Shot

Feierliche Eröffnung: Getsafe darf von nun an bestimmte Policen hierzulande selbst als Versicherer anbieten. Vor sieben Jahren war das Insurtech als Makler gestartet. Bild: Adobe Stock/Pixel-Shot

Getsafe hat von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Zulassung für den Versicherungsbetrieb erhalten. Das gab das Heidelberger Insurtech heute bekannt. Damit kann das digital ausgerichtete Unternehmen von nun an in der Sparte Schaden/Unfall selbst als Risikoträger agieren.

In dieser Funktion bietet Getsafe in Deutschland zunächst Privathaftpflicht-, Hausrat- und Hundehaftpflichtversicherungen an. Als Assekuradeur – 2017 mit der Munich Re als Risikoträger gestartet – bleiben die Heidelberger weiter aktiv und haben hierzulande Kfz- und Rechtsschutz-Policen in der Auslage. Dazu kommen noch Hausratversicherungen auf dem kürzlich erschlossenen Markt Großbritannien. Insgesamt verfüge das Unternehmen mittlerweile über rund 250.000 Kunden.

Verschärfte Bedingungen für Lizenzvergabe

Von der Beantragung der BaFin-Lizenz bis zur jetzt kommunizierten Erteilung sind rund 1,5 Jahre vergangen – und die Bedingungen haben sich erschwert. Denn Anfang des Jahres hatte die BaFin beschlossen, dass Start-ups in der Versicherungsbranche künftig höhere Eigenmittelanforderungen erfüllen müssen. Unter anderem müssen die jungen Unternehmen höhere versicherungstechnische Rückstellungen schaffen. Das traf auch auf die Risikoträger-Ambitionen von Getsafe zu, obwohl dieses schon seit knapp sieben Jahren in Deutschland aktiv ist. 2015 erfolgte der Markteintritt als Online-Makler.

Den höheren finanziellen Anforderungen der Aufsicht konnten die Heidelberger jüngst mit einer Erweiterung ihrer Series-B-Finanzierungsrunde entgegentreten. Nachdem sie im Dezember 2020 bereits 25 Millionen Euro von Investoren einsammeln konnten, kamen jetzt im Oktober noch einmal 55 Millionen Euro dazu. Mit der eigenen Lizenz für den deutschen Markt erhofft man sich bei dem frisch gebackenen Versicherer nun die europäische Expansion vorantreiben sowie Produkte und Innovationen schneller umsetzen zu können.

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