Geldvermögen der Deutschen erreicht Rekordwert

Anne Mareile Walter Berater Investmentfonds Versicherungen

Trotz Corona-Lockerungen sparen die Bundesbürger weiter: Ende des zweiten Quartals verfügten sie über mehr als sieben Billionen Euro. Laut Bundesbank hat das auch mit der zunehmenden Beliebtheit von Aktien zu tun.

Geld Bild: Adobe Stock/deagreez

Im zweiten Quartal dieses Jahres haben die Deutschen den Sparstrumpf offenbar immer mehr gefüllt: Das Geldvermögen der privaten Haushalte liegt auf einem Rekordhoch. Bild: Adobe Stock/deagreez

Die Deutschen legen immer mehr Geld auf die hohe Kante: Nach Angaben der Bundesbank ist das Vermögen der Privathaushalte im zweiten Quartal dieses Jahres auf ein Rekordhoch geklettert und liegt bei 7.325 Milliarden Euro. Damit erhöhte es sich im Vergleich zum ersten Vierteljahr um 159 Milliarden. Trotz Lockerung der Corona-Beschränkungen und angekurbelter Konsumlust ist der Wille zum Sparen offenbar ungebrochen.

In Versicherungen floss weniger Geld als zuvor

Aus Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen setzt sich das Vermögen der Privathaushalte zusammen, Immobilien sind darin nicht enthalten. Den größten Posten machten Bargeld und Bankeinlagen auf Giro- und Tagesgeldkonten aus: 2,1 Billionen Euro hatten die Deutschen Ende Juli so gespart. Zugleich wagten sich die eher als risikoscheu geltenden Sparer zunehmend an den Aktienmarkt. „Liquide oder als risikoarm wahrgenommene Anlageformen erfreuen sich insgesamt noch immer großer Beliebtheit, aber das Kapitalmarktengagement der privaten Haushalte nimmt seit Jahren zu", schreibt die Notenbank in ihrer Pressemitteilung. Für 24 Milliarden Euro kauften die privaten Haushalte im zweiten Quartal Investmentfondsanteile, rund sieben Milliarden Euro investierten sie in Aktien. Der bewertungsbedingte Zuwachs des Geldvermögens in Höhe von 57 Milliarden Euro im zweiten Quartal ist vor allem auf die Kursgewinne bei Aktien und Investmentfondsanteilen zurückzuführen.

Weniger Geld als in den Vorquartalen investierten die Deutschen hingegen in Versicherungen und andere Altersvorsorgeprodukte, die Bestände erhöhten sich um rund 20 Milliarden Euro auf 2.529 Milliarden Euro.  

Dabei wuchs nicht nur das Geldvermögen der privaten Haushalte an, auch die Verbindlichkeiten nahmen während des zweiten Quartals zu: Sie stiegen um 29 Milliarden Euro auf 1,97 Billionen und damit stärker als im ersten Quartal. Da aber gleichzeitig die gesamtwirtschaftliche Aktivität „spürbar anzog“, war die Verschuldungsquote laut Bundesbank insgesamt rückläufig und belief sich zuletzt auf 57,8 Prozent.

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