DKB nimmt Aktien-Anfänger ins Visier

Martin Thaler Investmentfonds

Die Deutschen verlieren zunehmend ihre Scheu gegenüber Aktien. Von diesem Trend will nun auch Deutschlands zweitgrößte Direktbank DKB profitieren und schließt sich mit dem Fondshaus DJE zusammen.

DKB Bild: Adobe Stock/sharafmaksumov

Die DKB nimmt potentielle Anleger in den Blick. Bild: Adobe Stock/sharafmaksumov

Auch wenn die Investitionsbereitschaft im internationalen Vergleich sicherlich noch ausbaufähig ist – Aktieninvestments sind für viele Deutschen mittlerweile kein rotes Tuch mehr. „Im Corona-Jahr 2020 engagierten sich beinahe so viele Menschen an der Börse wie zuletzt um die Jahrtausendwende“, jubelte kürzlich das Deutsche Aktieninstitut. Statt wie sonst unter 15 Prozent zu dümpeln, stieg die Aktienquote in Deutschland auf 17,5 Prozent – vor allem junge Menschen interessieren sich verstärkt für Fonds, ETFs und Aktien.  

Von diesem Trend versucht nun auch die DKB, mit 4,8 Millionen Kunden derzeit Deutschlands zweitgrößte Direktbank, zu profitieren. Hierfür hat sich die Tochter der Bayerischen Landesbank nun mit dem Fondsanbieter DJE Kapital AG zusammengetan und bietet ihren Kunden unter dem Namen „Solidvest Blue“ künftig laut Eigenaussage einen digitalen Vermögensverwalter an.  

Präziser wäre jedoch eher die Bezeichnung „teildigital“ – denn statt von einem Robo Adivsor wird die Geldanlage der Kunden von den DJE-Experten vorgenommen, die je nach Risikoneigung und jeweiliger finanzieller Situation die Portfolios für die Kunden zusammenstellen. Insgesamt gibt es vier Anlagestrategien mit unterschiedlichen Risikoprofilen – zusätzlich kann der Kunde entscheiden, welche Bedeutung die sogenannten ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) bei seiner Geldanlage spielen sollen.  

Investment ab 10.000 Euro möglich

Gerichtet ist das Angebot an Kunden, die bislang nur wenig Erfahrungen mit Kapitalmarkt-Investments gemacht haben, jedoch ein gewisses Kapital zur Verfügung haben. Grundvoraussetzung für die Nutzung von „Solidvest Blue“ ist eine Mindestanlagesumme von 10.000 Euro. Ein monatlicher Sparplan ist danach ab 100 Euro möglich.  

Die Kosten beziffern DKB und DJE auf 0,89 Prozent im Jahr – hinzu kommen durchschnittlich je ausgewähltem Fonds oder ETF weitere 0,3 Prozent, beim Auswahl des nachhaltigen orientierten Portfolio 0,39 Prozent.  

Laut eines Berichts des Handelsblatts haben gut 600.000 DKB-Kunden derzeit ein Wertpapierkonto – der Rest nutzt die Direktbank in erster Linie offenbar dazu, sein Geld zu Niedrigzinsen auf den Giro- beziehungsweise Tagesgeldkonten der Bank zu parken – wobei auch die DKB mittlerweile dazu übergegangen ist, Negativzinsen zu erheben. Es bleibt abzuwarten, ob Sparer durch das neue Angebot erwägen, zukünftig zu Investoren werden.

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