Diese Motorradfahrer verursachten die höchsten Schäden

Florian Burghardt Versicherungen Berater

Auch beim Motorradfahren waren die Auswirkungen der Corona-Beschränkungen im Vorjahr spürbar. Wie sich Anzahl, Häufigkeit und Höhe der versicherten Kfz-Haftpflichtschäden verändert haben, zeigt die Jahresgemeinschaftsstatistik von BaFin und GDV.

Die meisten Schäden gingen 2020 auf die Kappe von Motorradfahrern im Alter zwischen 52 und 63 Jahren. Die Schadenhäufigkeit ist in dieser Altersgruppe trotzdem deutlich niedriger als in den meisten anderen. Bild: Adobe Stock/benjaminnolte

Die meisten Schäden gingen 2020 auf die Kappe von Motorradfahrern im Alter zwischen 52 und 63 Jahren. Die Schadenhäufigkeit ist in dieser Altersgruppe trotzdem deutlich niedriger als in den meisten anderen. Bild: Adobe Stock/benjaminnolte

Im Jahr 2020 ist die Anzahl der versicherten Motorradunfälle in der Kfz-Haftpflicht um 9,5 Prozent zurückgegangen. Sie sank von 23.202 im Vorjahr auf 20.997. Und das, obwohl die Summe der im Verkehr befindlichen Motorräder um 62.000 auf rund 3,22 Millionen gestiegen ist. Das geht aus der aktuellen Jahresgemeinschaftsstatistik für die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung hervor, die BaFin und GDV nun veröffentlicht haben.

Der Rückgang der Schadenzahl ist sehr wahrscheinlich überwiegend auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurückzuführen. Vor allem im Frühjahr 2020 hatten Ausgangsbeschränkungen und Reiseeinschränkungen für deutlich weniger Verkehr auf Deutschlands Straßen gesorgt. Die Schadenhäufigkeit pro 1.000 Motorräder ging von sieben auf sechs zurück. Was zunächst nach wenig klingt entspricht aber rund 15 Prozent. Auch die durchschnittliche Schadenhöhe fiel um rund 250 Euro geringer aus.

Die Jüngsten fahren am gefährlichsten

In absoluten Zahlen gingen die meisten Unfälle auf die Kappe von Motorradfahrern im Alter zwischen 52 und 63 Jahren. Allerdings fahren sie auch 42 Prozent aller Bikes. Mit Blick auf die Schadenhäufigkeit pro 1.000 Motorräder in dieser Altersgruppe relativiert sich die hohe Anzahl an Unfällen: Sie liegt bei sechs und damit genau im Durchschnitt.

Anders sieht es bei den sehr jungen Fahrern bis 19 Jahre aus. Unter ihnen liegt die Schadenhäufigkeit bei 39 pro 1.000 und damit am höchsten. Auf die 28.981 von ihnen gefahrenen Krafträder (Wagniskennziffer 003 = Kleinkrafträder und -roller über 50 ccm) kamen demnach 1.139 versicherte Haftpflichtschäden. Am teuersten wird es pro Fall in der Altersgruppe der 27- bis 30-Jährigen. Unter ihnen liegt der Schadendurchschnitt bei 8.222 Euro und damit weit über dem Durchschnitt.

21 Mal tödlicher als Autofahren

Generell lässt sich sagen, dass die Schadenhäufigkeit mit der Stärke des Motors zunimmt. Bei 121 kW und mehr liegt sie mit 15 pro 1.000 am höchsten. Doch selbst dieser Wert reicht noch lange nicht an die Gefahr des Autofahrens heran. Denn laut der Statistik wurde im Vorjahr für 48 von 1.000 Pkw ein Kfz-Haftpflichtschaden gemeldet.

Motorradfahren birgt also ein deutlich geringeres Unfallrisiko als Autofahren. Wenn es zum Unfall auf dem Kraftrad kommt, kann es aber schnell lebensgefährlich werden. Denn gemessen an der Anzahl der gefahrenen Kilometer ist das Todesfallrisiko beim Motorradfahren etwa 21 Mal höher als beim Autofahren.

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