Deutsche Bank: 100 Millionen Euro weniger Gewinn durch Gebührenurteil

Hannah Petersohn Panorama Investmentfonds Highlights 2021

Das Urteil des BGH zur Zustimmungspflicht von Bankkunden bei Änderungen in den Geschäftsbedingungen schlägt sich auch auf die Gewinnzahlen der Deutschen Bank nieder. Doch um die aktuellen Quartalszahlen muss sich das Unternehmen dennoch nicht sorgen.

Deutsche Bank: 100 Millionen Euro weniger durch Gebührenurteil Bild: picture alliance/dpa/Fredrik von Erichsen

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing Bild: picture alliance/dpa/Fredrik von Erichsen

Das Urteil des Bundesgerichtshofs im April dieses Jahres hat die Bankenbranche in Aufruhr versetzt: Geldhäuser müssen von nun an, wenn sie Gebührenentgelte einführen, die dezidierte Zustimmung ihrer Kunden einholen. Das Schweigen der Kundschaft gilt nicht mehr wie zuvor als stilles Einverständnis.

Die neue Regelung schlägt sich auch in den aktuellen Quartalszahlungen der Deutschen Bank nieder: Demnach habe das Unternehmen 98 Millionen Euro weniger von seinen Kunden eingenommen. „Dabei handelt es sich im Wesentlichen um nicht vereinnahmte Erträge“, heißt es seitens des Geldhauses, wie dpa und Spiegel online berichten.

Die Mehrbelastung sollte der Deutschen Bank allerdings kein großes Kopfzerbrechen bereiten: Das Unternehmen hat seinen Gewinn auch im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern können: 194 Millionen Euro wurden erzielt. Das erste Halbjahr dieses Jahres war sogar das gewinnträchtigste seit 2015.

Erst am Dienstag hat die Finanzaufsicht BaFin den Druck auf die Banken erhöht. Demnach habe man ein „wachsames Auge“ auf die zeitnahe Umsetzung des Karlsruher Urteils. Die Ermahnung hat einen Hintergrund: Aus Sicht der BaFin setzen die Institute die neue Vorgabe nur unzureichend um. „Wichtig ist, dass die Institute diese Schritte jetzt umgehend einleiten, falls dies nicht bereits erfolgt ist. Ebenso wesentlich ist, dass Bankkundinnen und -kunden bei der Anpassung ihrer Verträge nicht unter Druck gesetzt werden“, heißt es seitens der BaFin. „Sollte ein Institut die BGH-Entscheidung und die Erwartungen der Aufsicht dauerhaft und systematisch nicht beachten, wird die BaFin aufsichtliche Maßnahmen in Betracht ziehen.“

Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, abonnieren Sie unseren täglichen kostenlosen Newsletter für weitere relevante Meldungen aus der Versicherungs- und Finanzbranche!