bAV-Beratung: klassisch oder digital?

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Über den Erfolg der bAV-Verbreitung entscheidet auch die effiziente Beratung und Vertragsverwaltung mit. Häufig konkurriert im Makler-Alltag noch der klassische Weg mit der digitalen Art und Weise. Nun hat der Pool Wifo eine klare Rechnung aufgemacht.

Für die Nutzung der digitalen bAV-Beratung fallen keine Kosten für unsere Verbundpartner bzw. Interessenten an, sagt Wifo-Geschäftsführer Christian Wetzel. Bild: Wifo

Für die Nutzung der digitalen bAV-Beratung fallen keine Kosten für unsere Verbundpartner bzw. Interessenten an, sagt Wifo-Geschäftsführer Christian Wetzel. Bild: Wifo

„Digitalisierung kann das Werkzeug für mehr bAV-Verbreitung und Kosteneffizienz sein“, sagt Martin Bockelmann. Der kürzlich in den Aufsichtsrat des Technologieanbieters Xempus (früher xbAV) gewechselte langjährige Chef war lange als Makler tätig und gründete 2007 die heutige Xempus, den führenden digitalen Plattformanbieter in der deutschen bAV.

Firmen wünschen sich vor allem, ihre bAV einfach und effizient zu verwalten. Der Vermittler wird durch Nutzung einer digitalen bAV-Plattform entlastet und informiert zugleich seine Kunden digital. „So bekommt er mehr Zeit für die Beratung und sichert sein betriebswirtschaftliches Auskommen“, weiß Bockelmann. Dabei werden alle Beteiligten mithilfe der zentralen Technologie-Plattform vernetzt, so dass Informationen, Beratung, Abschluss, Verwaltung und Überprüfung vereinfacht werden. Bei Xempus können nicht nur bAV-Verträge von einem Anbieter verwaltet werden, sondern von allen gewünschten Gesellschaften.

Öffnung für den Versicherer-Markt

Diesen Schritt ging kürzlich auch das zweitstärkste bAV-Verwaltungsportal „Firmen-Online“. Neben den Verträgen bei der Allianz können nun auch die Verträge anderer Versicherer mit verwaltet werden. Für Allianz-Firmenkunden war dies schon seit 2008/2009 digital und kostenlos möglich. Über den Dienstleister Caldera Service werden die Serviceaufträge abgewickelt.

Die einfache Anzeige von Verträgen anderer Versicherer könne jeder Nutzer von Firmen-Online kostenlos aktivieren, sagt Laura Gersch, Vorstand für Firmenkunden und Personal der Allianz Leben. Erst bei der Nutzung einer automatischen Datenaktualisierung oder von Services werde für Fremdnutzer eine Gebühr fällig. Laut Homepage liegt die Allianz-Monatspauschale bei 2,50 Euro + 19 Prozent Mehrwertsteuer pro Vertrag.

Wie der Markt der Portale tickt

„Grundsätzlich ist die bAV-Verwaltung Sache des Arbeitgebers“, betont Bockelmann. Der Arbeitgeber will über ein solches Portal alle bAV-Verträge seiner Mitarbeiter bei allen Anbietern einsehen, ist aber meist nicht bereit, dafür Geld zu bezahlen. Andere Marktgrößen wie Xempus verlangen dafür kein Geld vom Arbeitgeber, nehmen jedoch von den angeschlossenen Versicherern eine „sehr niedrige Gebühr“.

Angeregt durch die Allianz-Offerte öffnen sich weitere Versicherer für die Verwaltung von bAV-Fremdverträgen, also Policen, die Arbeitnehmer bei ihrer Einstellung von früheren Arbeitgebern mitgebracht haben. „Versicherer, die ein Modul des eVorsorge-Portals als bAV-Portal für Arbeitgeber nutzen, können ab sofort ein entsprechendes Fremdvertrags- bzw. Fremddatenmodul nutzen“, berichtete kürzlich Stefan Huber, Geschäftsführer des Software-Anbieters eVorsorge Systems GmbH, der zur VData-Gruppe gehört.

Der Versicherer habe keine Möglichkeit, auf Fremdvertragsdaten, Arbeitnehmerdaten ohne Vertrag beim Versicherer oder durch den Arbeitgeber abgelegte Dokumente zuzugreifen, betont Huber. Dies sei „systemseitig ausgeschlossen“. Die Fremddaten können auch jederzeit durch den Arbeitgeber gelöscht oder exportiert werden.

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