5 private Krankenversicherer erhalten Top-Bewertung

Martin Thaler Berater Versicherungen Top News

Welche Krankenversicherer stehen wirtschaftlich gut da? Dies hat nun das Analysehaus Ascore in seinem aktuellen PKV-Unternehmens-Scoring untersucht. Fünf Unternehmen konnten dabei besonders überzeugen.

PKV-Rating Bild: Adobe Stock/kues 1

Fünf private Krankenversicherer erhielten im Unternehmensrating von Ascore die Topnote. Bild: Adobe Stock/kues 1

Stabile PKV-Beiträge sind auch Ergebnis der Finanzstärke der privaten Krankenversicherer. Entsprechend hat die Ascore das Scoring GmbH auch in diesem Zahl die Bilanzen und SCFR-Berichte von 32 privaten Krankenversicherern unter die Lupe genommen und ein aktualisiertes PKV-Unternehmens-Scoring vorgelegt.

Insgesamt 17 bewertungsrelevante Kennzahlen fließen dabei ins Rating ein. Im Vergleich zum Vorjahr wurde das Rating dabei leicht überarbeitet. Statt der Eigenkapital-Quote fließt nun die Sicherheitsmittelquote in die Bewertung ein. Begründet wird dies damit, dass bei einigen der bewerteten Gesellschaften mit der Rechtsform AG Gewinnabführungs- beziehungsweise Beherrschungsverträge mit dem Mutterunternehmen bestehen. „Hier kommt es vor, dass eine sehr geringe Eigenkapitalquote in der bewerteten Gesellschaft und gleichzeitig eine Verpflichtung zur Verlustübernahme der Muttergesellschaft vorliegen. Solange das Mutterunternehmen selbst eine gute Eigenkapitalausstattung aufweist, lässt sich aus dieser Situation keine verringerte Sicherheit im bewerteten Unternehmen ableiten“, erklären die Analysten.

Die Sicherheitsmittelquote umfasse hingegen auch weitere Sicherheitsmittel wie Bewertungsreserven und freie Rückstellung der Beitragsrückerstattung, die im Verhältnis zu den Altersrückstellungen betrachtet werden. „Die Sicherheitsmittelquote gibt also an, wie viel dieser Mittel im Verhältnis zur Höhe der eingegangenen Verpflichtungen im bewerteten Unternehmen vorhanden sind“, schreibt das Analyshaus.  

Nach wie vor fließen jedoch Kennzahlen aus vier Bereichen ins Rating ein. Hierbei handelt es sich um:

  • Erfahrung (Verdiente Bruttobeiträge)
  • Sicherheit (u. a. Sicherheitsmittelquote, RfB-Quote nach Art der Leben)
  • Erfolg (u.a. Barausschüttungsquote, Abschlusskostenquote)
  • Bestand (u.a. Veränderung des verdienten Bruttobeitrags im Bestand, Veränderung versicherte Personen im Bestand)  

Bei den meisten Kennzahlen wird hierbei ein Drei-Jahres-Schnitt ermittelt, um mögliche Schwankungen auszugleichen. Für jede Kennzahl wird eine marktweite Benchmark ermittelt – erreichen die Versicherer diese beziehungsweise liegen in einem Toleranzbereich, erhalten sie einen Punkt. Liegen sie im doppelten Toleranzbereich gibt es einen halben Punkt. Die jeweilige Gesamtpunktzahl wird schließlich in Kompasse umgerechnet. Maximal können die Versicherer sechs Kompasse (ab 14,5 Punkten) erreichen – dies ist gleichbedeutend mit der Bewertung „herausragend“, die insgesamt fünf Unternehmen und damit eines weniger als im Vorjahr für sich verbuchen konnten. Bei diesen handelt es sich um  

  • Hallesche Krankenversicherung a.G.
  • LVM Krankenversicherung-AG
  • R+V Krankenversicherung AG
  • Signal Iduna Krankenversicherung a.G.
  • Universa Krankenversicherung a.G.  

Zehn weitere Unternehmen kamen auf eine Punktzahl zwischen 11,5 und 14 und erhielten damit eine Bewertung von fünf Kompassen („ausgezeichnet“). Zwölf weitere private Krankenversicherer wurden mit vier Kompassen („sehr gut“) bewertet, vier mit drei („gut“). Lediglich ein Versicherer (Versicherer im Raum der Kirchen Krankenversicherung AG) wurde mit zwei Kompassen („ausreichend“) bedacht. In der schlechtesten Kategorie („schwach“) fand sich indes kein Krankenversicherer wieder (die Ergebnisse für die einzelnen Versicherer finden Sie hier.

PunktzahlBewertungAnzahl der bewerteten Versicherer
14,5 - 17herausragend5
11,5 - 14ausgezeichnet10
8,5 - 11sehr gut12
6 - 8gut4
3 - 5,5ausreichend1
0 - 2,5schwach0

Auch andere Ratinghäuser, namentlich Morgen & Morgen sowie Franke und Bornberg, hatten vor kurzem Ratings im Hinblick auf die Finanzstärke der privaten Krankenversicherer veröffentlicht. Je nach Gewichtung und Auswahl der maßgeblichen Kennzahlen finden sich andere Versicherer an der Spitze der Untersuchungen. Vier Versicherer erhielten jedoch in beiden Ratings eine Top-Platzierung (Alte Oldenburger, LVM, R+V, Signal Iduna) – drei von diesen finden sich auch bei Ascore in der Spitzengruppe wieder.  

Makler, die sich nicht auf Ratings verlassen wollen, können indes selbst die Bilanzen der Versicherer analysieren. Laut PKV-Experte Hagen Engelhard vom Gesundheitsdienstleister Medi-Kost reichen dabei vier Kennzahlen, aus denen sich Wahrscheinlichkeiten für Beitragsanpassungen ablesen lassen: das versicherungsgeschäftliche Ergebnis, die Nettoverzinsung, die RfB- sowie die Eigenkapital-Quote (mehr Details finden Sie hier).  

Allerdings sei vor vorschnellen Schlüssen gewarnt: Einzelne Kennzahlen sollten nicht überbewertet werden, mahnte Engelhard gegenüber procontra. „Aber Anbieter, deren Kennzahlen sich über Jahre hinweg negativ entwickeln, sind mit Skepsis zu betrachten“, so der PKV-Experte.  

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