Unfallversicherung sichert Impfschäden ab, Narkose-Alternativen, Neuauflage der U-Kasse

Anne Mareile Walter Berater Produkte & Personalien Versicherungen

Die Neodigital bietet ihre Unfallversicherung künftig ohne Gesundheitsprüfung an, die Continentale hat einen neuen Zahnzusatztarif auf dem Markt und die Alte Leipziger belebt eine der ältesten Formen der betrieblichen Altersversorgung wieder. Andere Versicherer setzen auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

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Die Neodigital hat das Leistungsportfolio ihrer Unfallversicherung ausgebaut, der Konzern Versicherungskammer setzt auf grünes Investment, Hiscox und ARAG auf die Digitalisierung. Bild: procontra

Fragen zu Vorerkrankungen sollen beim Ausfüllen der Antragsformulare künftig außen vorbleiben: Die Neodigital Versicherung hat das Leistungsportfolio ihrer Unfallversicherung ausgebaut und bietet jetzt einen Abschluss ohne Gesundheitsprüfung an. Eine weitere Neuerung: Wegen der hohen Nachfrage von Maklern und Kunden sind etwaige Impfschäden zugelassener Impfstoffe – auch nach einer Impfung gegen Covid-19 – in die neue Unfallversicherung miteingeschlossen. Statt auf persönliche Gesundheitsdaten zurückzugreifen, setzt Neodigital einen neuen Algorithmus zur Berechnung von Risiken und Tarifen ein. Damit führen Vorerkrankungen nicht mehr automatisch zu höheren Beiträgen. Zwischen vier verschiedenen Tarifen können die Versicherten wählen – je nach Vertragsart sind Unfälle infolge von Herzinfarkt oder Schlaganfall, Kosten für Bergungs- und Rettungseinsätze, für kosmetische Operationen, Aufwendungen für Haushaltshilfen oder Kinderbetreuung Bestandteil des Versicherungsschutzes. 

Neuer Tarif für Lachgas-Sedierung, Hypnose und Akupunktur 

Einen neuen Zahnzusatztarif bringt die Continentale Krankenversicherung auf den Markt. Die sogenannte CEZE soll gesetzlich Versicherten einen umfassenden Rundumschutz bieten: 100 Prozent Leistung bei Zahnersatz, wichtigen Zahnbehandlungen, Prophylaxe, Bleaching und bei schmerzlindernden Maßnahmen. Laut Continentale-Vorstand Helmut Hofmeier solle CEZE den „noch offenen Platz im Hochleistungssegment“ ausfüllen. Durch die gebildeten Alterungsrückstellungen sollen die Beiträge auch im Alter bezahlbar bleiben. Neben der klassischen Narkose können Versicherte in dem neuen Tarif zudem auf besondere schmerzlindernde Maßnahmen zurückgreifen: Von der Lachgas-Sedierung über die Akupunktur bis hin zur Hypnose werden die Kosten zu 100 Prozent bis maximal 250 Euro übernommen.  

Alte Leipziger belebt die U-Kasse wieder  

Mit ihrem neuen bAV-Produkt AL_DuoSmart belebt die Alte Leipziger eine der ältesten Formen der betrieblichen Altersversorgung wieder: Die Unterstützungs- oder U-Kasse. Die Beiträge werden hier sowohl in einem ertragsorientierten Fonds-Konzept als auch im Sicherungsvermögen angelegt. Auf mindestes 80 Prozent der Beiträge gibt die Alte Leipziger eine Garantie. „Dieses Garantieniveau lässt Spielraum für die Kapitalanlage und verbessert so die Ertragschancen – bei gleichzeitiger Begrenzung der Risiken“, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung. In den letzten drei Jahren vor Rentenbeginn erhöht sich  der Anteil der klassischen Anlage, damit das erreichte Guthaben abgesichert ist.  

Zu 100 Prozent grünes Investment 

Der Konzern Versicherungskammer hat eine fondsgebundene Rentenversicherung neu in sein Produktportfolio aufgenommen. „PrivatRente NachhaltigkeitInvest“ ist ein Altersvorsorgeprodukt, das ausschließlich in nachhaltige Fonds und ETFs investiert. „Unsere Kund*innen können ihre Kapitalanlage individuell mitgestalten, indem sie zum Beispiel Fonds nach eigener Erwartung tauschen.“ Typische Merkmale einer Lebensversicherung wie lebenslange Rentenzahlung, Absicherung im Todesfall sowie eine eingeschlossene Dread Disease-Leistung seien dabei grundlegende Elemente der ESG-konformen Lebensversicherung. Für dieses Produkt stellt die Deka-Bank einen Anlagemix aus 13 nachhaltigen Investmentfonds zur Auswahl. Dazu zählen Renten-, Misch- und Aktienfonds. 

Hiscox und ARAG digitalisieren ihre Kooperation  

Der Spezialversicherer Hiscox und der ARAG-Konzern stellen ihre seit mehreren Jahren laufende Kooperation auf ein digitales Fundament. Im Zuge dessen erweitert die ARAG ihr Produktportfolio um Vermögenschadenhaftpflicht-Lösungen (VSH) von Hiscox. Über die Cura Versicherungsvermittlung GmbH können ARAG-Berater künftig die VSH-Versicherungen ihren Kunden anbieten und mit ihnen Verträge abschließen. Der Vertragsabschluss – zuvor per Mail, Fax oder handschriftlich besiegelt – wird damit vollständig digitalisiert. Wählen ARAG-Vermittler nun ein VSH-Produkt aus, werden sie direkt zur Cura-Webseite weitergeleitet und die Angaben zum Versicherungsnehmer werden automatisch aus dem ARAG-Beratungstool zur Cura übertragen. Eine Doppeleingabe bereits abgefragter Daten soll durch dieses Prozedere vermieden und der Antragsprozess vollautomatisiert werden. Nach Angabe der Versicherer erfolge die Policierung in „Echtzeit“ – in der Regel innerhalb eines Werktages.  

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