Schadenfall der Woche: Mordanschlag auf Verlangen

Martin Thaler Panorama

Ein Anwalt wird auf offener Straße in den USA angeschossen, kurz nachdem seine Frau und sein Sohn ermordet wurden. Nun nimmt der Fall jedoch eine überraschende Wende.

Schadenfall der Woche Bild: procontra

Ein Anwalt aus Amerika wurde anscheinlich "Opfer" eines Mordanschlags – nun nimmt der Fall eine überraschende Wendung. Bild: procontra

Um an das Geld ihrer Versicherung zu kommen, scheint so manchem jedes Mittel recht. Der Texaner Andy House fuhr seinen hochpreisigen Sportwagen im Jahr 2009 mit Schwung in den Golf von Mexiko, um bei seiner Versicherung abzukassieren. Seine Begründung: Ein tief fliegender Pelikan hätte ihn abgelenkt. Ungünstig für den Crash-Piloten war aber die Tatsache, dass Strandbesucher seinen „Unfall“ gefilmt hatten.

Einen Bootsunfall inklusive eigenem Tod täuschte ein Mann aus Schleswig-Holstein vor, um Geld aus sage und schreibe 14 zuvor abgeschlossenen Lebensversicherungen zu kassieren. Die misstrauisch gewordene Polizei fand den „Toten“ wenige Monate später lebendig auf dem Dachboden seiner Mutter wieder.  

Noch spektakulärer erscheint jedoch ein Fall, über den nun die „USA Today“ berichtet. Die Hauptperson: Alex Murdaugh. Dieser war am 4. September auf einer Landstraße in South Carolina bei einem Reifenwechsel niedergeschossen wurde, überlebte aber. Der Fall sorgte für landesweite Aufmerksamkeit: Nicht nur, weil Murdaugh Spross einer berühmten Anwaltsdynastie ist. Sondern vor allem, da die Frau und ein Sohn des Anwalts wenige Monate zuvor vor dem Haus der Familie erschossen worden waren.  

Überraschende Wendung

Nun nahm der Fall eine überraschende Wendung: Denn Murdaugh war kein Opfer eines Mordanschlags – vielmehr hatte er die Attacke auf sich selbst in Auftrag gegeben, die Waffe für den Täter, einen ehemaligen Mandanten, selbst besorgt.  

Der Grund für den obskuren Vorfall: Murdaugh, der am Vortag von seiner Kanzlei wegen Veruntreuung von Kundengeldern entlassen worden war, wollte durch seinen Tod erreichen, dass seine Lebensversicherung an seinen zweiten Sohn ausgezahlt wird. Der Schütze, der Murdaugh auch mit dem stark abhängig machenden Schmerzmittel Oxycodon versorgt hatte, legte mittlerweile ein Geständnis ab.

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