Schadenfall der Woche: Der Ferrari-Kurzzeit-Diebstahl

Martin Thaler Panorama

Einen über zwei Millionen teuren Ferrari mit prominentem Vorbesitzer hatte sich ein Autodieb in Düsseldorf unter den Nagel gerissen. Weit kam er mit dem Boliden jedoch nicht.

Schadenfall der Woche

Ferraris gehören nicht unbedingt zu den Prioritäten von Autodieben – dieser Diebstahl sorgte allerdings für ein breites Medienecho.

Rund 14.000 Autos wurden im vergangenen Jahr nach Angaben des Bundeskriminalamtes gestohlen – Ferraris waren wenige darunter. Und das ist kaum verwunderlich: Gerade einmal 11.900 Ferraris sind in Deutschland angemeldet – Diebe müssten also überhaupt erst einmal einen Boliden aus Maranello finden.  

Auf einen davon – noch dazu ein besonders wertvolles Exemplar – hatte es ein Autodieb in Düsseldorf abgesehen. Als vermeintlicher Kaufinteressent war der Mann im Mai 2019 bei einem Oldtimerhändler in der Rhein-Metropole vorstellig geworden, berichtet „Spiegel online“. Das Interesse des Diebes galt einem 400 PS-starken Ferrari mit eindrucksvoller Provenienz: Der Erstbesitzer des 2,35 Millionen teuren Rennautos war kein Geringerer als der einstige Formel-1-Fahrer und Teamkollege von Michael Schumacher Eddie Irvine.  

Auf der angesetzten Testfahrt nutzte der Täter die Gunst der Stunde: Als der Verkäufer zum Fahrerwechsel ausstieg, drückte der 45-Jährige aufs Gas, brauste von dannen und ließ den Verkäufer verdutzt am Straßenrand zurück.  

Leerer Tank setzt Flucht ein Ende

Weit kam der Täter jedoch nicht: Da der Autohändler nur für 15 Euro getankt hatte, musste der Dieb das Auto unter einem Vorwand in der Garage eines Hobbygärtners abstellen. Dieser wurde aber misstrauisch und alarmierte die Polizei. Als der Täter wenige Tage später zurückkehrte, fand er nur noch eine leere Garage vor. 

Der Schaden für den Autohändler fiel aufgrund der Benzinknappheit des Diebs mit 12.000 Auto für Reinigung und ausgetauschte Schlösser vergleichsweise glimpflich aus. Für den Dieb war der Kurzstrecken-Ausflug hingegen ein teures Vergnügen: Er wurde nun vom Amtsgericht Neuss zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt.

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