Neue Kfz-Typklassen: Für diese Autos wird es 2022 teurer

Florian Burghardt Berater Versicherungen Top News

Eine höhere Typklasse kann auch eine höhere Kfz-Versicherungsprämie bedeuten. Nun liegen die neuen Einstufungen des GDV vor. E-Autos dienen dabei überwiegend als Positivbeispiele.

E-Autos tauchen in der aktuellen Kfz-Typklassen-Statistik des GDV überwiegend als Positivbeispiele für eine geringere Schadenentwicklung auf. Bild: Pixabay/stux

E-Autos tauchen in der aktuellen Kfz-Typklassen-Statistik des GDV überwiegend als Positivbeispiele für eine geringere Schadenentwicklung auf. Bild: Pixabay/stux

Rund 4,3 Millionen Autofahrer können zum 01. Januar 2022 mit einer niedrigeren und somit besseren Typklasse für ihr Auto rechnen. Hingegen geht es für gut sieben Millionen Fahrzeuge um mindestens eine Stufe nach oben. Für 30,3 Millionen und damit den Großteil der Autofahrer wird sich voraussichtlich keine beitragsrelevante Änderung in ihrer Kfz-Versicherung ergeben.

Das sind die Kernaussagen, die aus der heute vorgestellten Typklassenstatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgehen. Diese ist unverbindlich, findet in der Versicherungsbranche aber breite Anwendung. Je höher die Typklasse, desto kostenintensiver wird dieser Faktor innerhalb der Prämie. Da aber noch viele weitere Faktoren eine Rolle spielen, lässt sich von einer Erhöhung der Typklasse nicht automatisch auf eine Verteuerung der Kfz-Versicherungsprämie im neuen Jahr schließen.

Keine großen Sprünge in der Haftpflicht

Große Sprünge nach oben oder nach unten habe es diesmal, laut GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen, ohnehin nicht gegeben. In der Kfz-Haftpflichtversicherung ging es beispielsweise für den Skoda Superb 2.0 TDI um zwei Klassen nach unten auf die TK 19. Auch der VW E-Golf VII verbesserte sich um zwei Klassen auf die TK 11.

Deutlich schlechter lief es dagegen für den Hyundai Kona 1.6 T. Dieses Modell verschlechterte sich um zwei Klassen auf die TK 18. In der letztjährigen Typklassenstatistik wurde das Tesla Model S gleich um vier Klassen auf die TK 23 hochgestuft. Dort ist es aber in der aktuellen Ausgabe stabil geblieben. In der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt 16 Typklassen, die von der TK 10 bis zur TK 25 reichen. Sie geben aufsteigend an, welche Schäden das jeweilige Modell bei Unfallgegnern verursacht hat.

Schadenlastige SUVs

Die Typklassen in der Teil- und Vollkasko ergeben sich hingegen aus den Schäden am eigenen Auto nach selbstverschuldeten Unfällen sowie aus Teilkaskoschäden wie Unfällen mit Tieren oder durch Diebstahl des Fahrzeugs.

In der Vollkasko reichen die Typklassen von 10 bis 34. Um jeweils zwei Klassen verbessert haben sich beispielsweise der Kia E-Niro (auf TK 22) oder der Mercedes-Benz GLE 350 D 4MATIC (auf TK 26). Um zwei Klassen nach oben ging es dagegen für den VW Arteon 2.0 TSI (auf TK 22) oder den Range Rover Velar 30D AWD (auf TK 31).

In den Teilkasko-Typklassen, die von 10 bis 33 reichen, konnte sich ebenfalls der Mercedes-Benz GLE 350 D 4MATIC deutlich verbessern. Für das Modell ging es um drei Stufen nach unten auf die TK 26. Schadenlastiger waren dagegen zuletzt einige SUVs. Für den Range Rover Velar 30D AWD ging es ebenso auf die zweithöchste Teilkasko-Typklasse 32 nach oben wie auch für das Modell Velar 20D AWD desselben Herstellers.

Eigene Typklasse herausfinden

Die Typklassenstatistik des GDV umfasst knapp 32.000 verschiedene Modelle. Wer seine voraussichtliche Typklasse für das Jahr 2022 erfahren möchte, kann dies über eine Service-Internetseite des Gesamtverbands anhand seiner Fahrzeugdaten herausfinden.

Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, abonnieren Sie unseren täglichen kostenlosen Newsletter für weitere relevante Meldungen aus der Versicherungs- und Finanzbranche!