Mission Impossible? Paramount verklagt Versicherer

Hannah Petersohn Panorama Versicherungen

Wegen der Corona-Pandemie mussten die Dreharbeiten zum neuen "Mission: Impossible"-Film mehrmals unterbrochen werden. Jetzt verklagt die Produktionsfirma den Versicherer auf Schadenersatz. Hauptdarsteller: Produzent und Schauspieler Tom Cruise, der mit zweifelhaften Corona-Masken aufwartete.

Produktionsfirma klagt Bild: procontra

Auch Hollywood wurde von der Corona-Pandemie hart getroffen - die Klagen von Produktionsfirmen gegen ihre Versicherer nehmen zu. Bild: procontra

Die US-amerikanische Filmgesellschaft Paramount Pictures verklagt ihren Versicherer für Betriebsunterbrechungen. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge fordert Paramount die Erstattung der Kosten durch insgesamt sieben Corona-bedingte Unterbrechungen während des Drehs von „Mission: Impossible 7“. Der Versicherer, die Chubb-Tochter Federal Insurance Company, solle darüber hinaus die Ausgaben für die Corona-Schutzmaßnahmen und die Kosten für das Gerichtsverfahren zahlen, so die Produktionsgesellschaft. Produzent und Hauptdarsteller des siebten Teils der Actionfilm-Reihe ist der Schauspieler Tom Cruise.

„Durch die Produktionsverzögerungen sind Paramount erhebliche Verluste entstanden, die durch Mehrfachabdeckungen in der Police versichert sind“, heißt es in der Anklageschrift.

Die Federal Insurance Company will allerdings nur für die erste Unterbrechung eine Summe in Höhe von fünf Millionen US-Dollar an die Produktionsgesellschaft zahlen, gleichwohl die Deckungssumme der von Paramount abgeschlossenen Police bei über 100 Millionen Dollar pro Schadensfall liegt.

Infizierte Darsteller sollen weiterarbeiten

Die Ablehnung der Zahlung begründet der Versicherer damit, dass die nach der ersten Unterbrechung folgenden Drehstopps behördlich angeordnet worden waren. Damit würden sie unter die Civil Authority-Deckung fallen, die „nur“ mit einer Million Dollar versichert seien.

In der Anklageschrift heißt es, der Versicherer habe behauptet, es gebe keine Beweise dafür, dass infizierte Darsteller und Crewmitglieder ihre Aufgaben nicht fortsetzen könnten. Dementsprechend werden in der Anklageschrift auch wissenschaftliche Studien zitiert, die diese Behauptung widerlegen.

In Folge der häufigen Drehstopps durch Corona-Erkrankungen und -Regeln wird der neueste Teil der „Mission Impossible“-Reihe statt wie geplant in diesem Jahr erst im Mai kommenden Jahres rauskommen.

Paramount ist bei weitem nicht die allein mit einer Klage gegen seinen Versicherer vor dem Hintergrund der Pandemie. Auch die Macher der „Morning Show“, mit Hauptdarstellerinnen Reese Witherspoon und Jennifer Aniston, fordern von ihrem Versicherer Schadenersatz für den Produktionsausfall bedingt durch die Lockdown-Anordnungen. So musste die zweite Staffel nach nur 13 Drehtagen unterbrochen werden. Die Produktionsfirma blieb auf den Kosten in Höhe von etwa 125 Millionen Dollar sitzen, berichtete der Hollywood Reporter. Der Name des Versicherers: Chubb, ebenjenes Unternehmen, zu dem auch die Federal Insurance Company gehört.

Ein Ventil für den Spott

Tom Cruise nahm die Corona-Regeln am Set von „Mission: Impossible 7“ ernst. So ernst, dass er zwei Crewmitglieder anherrschte, die ohne Maske und weniger als zwei Meter voneinander entfernt standen. „Wenn ich sehe, dass du es wieder tust, dann bist du verdammt noch mal weg.“ Zuvor musste der Dreh bereits wegen mehrerer Corona-Infektionen der Crewmitglieder abgebrochen werden. Das englische Boulevardblatt Sun berichtete, Cruise habe eine halbe Million Pfund investiert, um ein Kreuzfahrtschiff zu chartern, auf dem das Filmteam sich isolieren konnte.

Pikantes Detail an der Angelegenheit sind die Masken, die der Schauspieler trägt: Wie der Rolling Stone berichtet, habe Cruise am Set Masken mit Ventilen getragen, die er extra anfertigen ließ. Vor besagten Masken habe allerdings nach Berichten des Musikmagazins eine Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums gewarnt. Der Grund: Die Ventile seien extra dafür vorgesehen, dass der Träger bei körperlicher Aktivität nach dem Ausatmen heißer Luft wieder freier atmen kann.

„Diese Art von Maske kann keine Garantie dafür geben, das Coronavirus nicht auf andere zu übertragen. Das Loch in dem Material könnte die Tröpfchen aus den Atemwegen freisetzen“, so die Behörde in einer Erklärung. Die Wahrscheinlichkeit sich mit Covid-19 zu infizieren steige demnach durch das Tragen der Tom-Cruise-Maske.

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