Flutkatastrophe: Rekordzahl an Großschäden

Hannah Petersohn Versicherungen

Der versicherte Schaden, ausgelöst durch das Juli-Hochwasser, liegt laut einer aktuellen BaFin-Umfrage unter deutschen Versicherern und Rückversicherern bei rund 8,2 Milliarden Euro. Nun hat der GDV die Anzahl der Großschäden bekanntgegeben.

Rekordzahl an Großschäden Bild: AdobeStock/EKH-Pictures

Nach Angaben des GDV hat die Juli-Flut 400 Großschäden mit einer Gesamtsumme von 1,3 Milliarden Euro verursacht. Bild: AdobeStock/EKH-Pictures

Durch das Unwetterereignis im Juli dieses Jahres sind hierzulande so viele Großschäden entstanden wie noch nie durch eine Naturkatastrophe. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der Versicherer hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch vorgelegt hat: „Wir gehen aktuell von rund 400 Großschäden mit einer Gesamtsumme von 1,3 Milliarden Euro aus“, sagt Jörg Asmussen, GDV-Hauptgeschäftsführer. „Das sind viermal so viele wie beim Hochwasser 2002 an Elbe und Donau.“ Gezählt wurden Schäden ab einer Million Euro bei einem einzelnen Versicherten.

Diese Schäden seien vor allem im gewerblichen und industriellen Bereich für Gebäude, Maschinen und Geräte entstanden, aber auch bei Wohnhäusern. „Es gab bei dieser Sturzflut mehrere versicherte Einzelschäden jenseits der 20 Millionen Euro, etwa in der Hotellerie, der Chemieproduktion und Metallverarbeitung“, sagt Asmussen.

Einer aktuellen Umfrage unter deutschen Versicherern und Rückversicherern, die die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) durchgeführt hat, liegt die Höhe der versicherten Schäden bei rund 8,2 Milliarden Euro. Es handelt sich damit um die verheerendste Naturkatastrophe in Deutschland. Erst kürzlich musste der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) seine Schätzungen zur Flut-Schadenhöhe bereits auf sieben Milliarden nach oben korrigieren.

GDV-Gesamtkonzept im Herbst

Die volkswirtschaftlichen Schäden liegen indes weitaus höher. „Bundesweit ist nicht mal die Hälfte der Gebäude gegen Starkregen und Hochwasser versichert“, so Asmussen. Im Herbst wolle die Branche deshalb Ideen vorlegen, wie sich die Verbreitung von Naturgefahrenversicherungen erhöhen lässt. Erforderlich aus Sicht des GDV sei dabei auch der Einschluss  staatlicher sowie privater Präventionsmaßnahmen.

Andererseits gelte es auch jene zu erreichen, „die trotz der jüngsten Flutkatastrophe nicht glauben wollen, dass auch sie von Naturgefahren betroffen sein können“, sagte Asmussen kürzlich. Daher wolle der Verband demnächst ein Gesamtkonzept vorschlagen.

Bislang war das August-Hochwasser 2002, das damals als „Jahrhundertflut“ bezeichnet worden ist, mit 102 Großschäden in Höhe von über 700 Millionen Euro das Ereignis mit den meisten Millionen-Schäden. Die Flut im Juni 2013 verursachte 75 Großschäden in Höhe von knapp 220 Millionen Euro. Die Werte wurden zum besseren Vergleich jeweils an aktuelle Preise angepasst.

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