D&O: Versicherer schreiben Verluste

Anne Mareile Walter Versicherungen

Bei 110 Prozent lag die Schadenquote in der Manager-Haftpflichtversicherung im vergangenen Jahr. Damit stiegen die Leistungen stärker als die Beiträge. Laut GDV habe dies unter anderem an hohen Forderungen nach Insolvenzen gelegen.

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Die Schadenzahlungen stiegen stärker als die Beitragseinnahmen: Vor allem wegen hoher Forderungen nach Insolvenzen lag die Schadenquote in der Manager-Haftpflicht 2020 bei 110 Prozent. Bild: Adobe Stock/3dsculptor

Die Schadenzahlungen in der Manager-Haftpflicht sind 2020 stärker gestiegen als die Beitragseinnahmen. Dies geht aus aktuellen Zahlen des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Damit haben die Versicherer deutlich mehr Schadenzahlungen geleistet als im Vorjahr. „Während die Beiträge um gut neun Prozent auf 335 Millionen Euro stiegen, wuchsen die Leistungen um 14 Prozent. Unter dem Strich stehen erhebliche Verluste, die sich aus den immer größeren Haftungsrisiken für Managerinnen und Manager ergeben“, erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Asmussen die Statistik.

Forderungen in Millionenhöhe nach Insolvenzen

Zum Vergleich: 2019 beliefen sich die D&O-Beiträge auf 262 Millionen Euro, die Aufwendungen für Schäden lagen bei 233 Millionen – die Schadenquote nach Abwicklung betrug 85,3 Prozent. 2020 lag die Quote bei 110 Prozent. Gründe für die deutlich gestiegenen Schadenzahlungen seien laut GDV unter anderem hohe Forderungen nach Insolvenzen gewesen. „Nach einer Insolvenz sind Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer sowie Vorstände nicht selten mit Forderungen in Millionenhöhe konfrontiert“, sagte Asmussen.

Die Pflichten für Manager seien in den vergangenen Jahren aber auch in finanziell gesunden Unternehmen angewachsen. „Auch beim Thema Compliance wächst das Pflichtenheft für Managerinnen und Manager weiter: Die nächsten Kapitel sind das Lieferkettengesetz sowie die Verpflichtung aller Unternehmen, ab 50 Beschäftigten ein Hinweisgebersystem einzurichten“, erläuterte der GDV-Geschäftsführer. Bei Letzterem sollen über interne Meldekanäle anonym Hinweise über beobachtete Missstände oder Regelverstöße gemeldet werden. Dadurch sollen sich Hinweisgeber nicht vor einer Kündigung oder Diskriminierung fürchten müssen.

An der D&O-Statistik des GDV beteiligten sich insgesamt 32 Unternehmen, rund 45 GDV-Mitgliedsunternehmen dürften D&O-Versicherungen anbieten. Das gesamte Marktvolumen im inländischen Direktgeschäft bei der D&O-Versicherung schätzt der Verband auf 560 Millionen Euro.

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