DIN-Norm für Gewerbeversicherungen veröffentlicht

Florian Burghardt Berater Highlights 2021

Die DIN-Norm 77235 für die Finanz- und Risikoanalyse von kleinen und mittleren Unternehmen ist nun erhältlich. Sie soll unter anderem die Beratung zu Gewerbeversicherungen standardisieren. An dem Modell gibt es aber auch deutliche Kritik.

Die DIN-Norm 77235 ist nun verfügbar. Aber ist eine standardisierte Bedarfsermittlung in der Gewerbeversicherung sinnvoll oder ist diese dafür zu individuell? Bild: Adobe Stock/blende11.photo

Die DIN-Norm 77235 ist nun verfügbar. Aber ist eine standardisierte Bedarfsermittlung in der Gewerbeversicherung sinnvoll oder ist diese dafür zu individuell? Bild: Adobe Stock/blende11.photo

Nun ist sie da, die DIN-Norm 77235 „Basis-Finanz- und Risikoanalyse für Selbstständige sowie kleine und mittlere Unternehmen“. Nach knapp drei Jahren Entwicklungszeit wurde sie am Freitag vom Deutschen Institut für Normung (DIN) im Beuth-Verlag veröffentlicht. Dort kann das Skript kostenpflichtig bestellt werden.

Von der DIN-Norm 77235 erwartet man sich in der Branche eine konkretere Ermittlung des Versicherungsbedarfs von Unternehmen. Sie umfasst 52 relevante Finanzberatungsthemen für Selbstständige, kleinere und mittlere Unternehmen jeder Art, Arztpraxen oder Apotheken oder auch freiberuflich tätige Personen. „Der Unternehmer erhält so einen neutralen, reproduzierbaren und sich am tatsächlichen Bedarf orientierenden Fahrplan für notwendige Aktivitäten zur Absicherung und Fortentwicklung seines Betriebes“, so Mathias Grellert, Senior Project Manager beim Defino Institut für Finanznorm AG aus Heidelberg, das die Entwicklung der Norm initiiert hat. Entstanden ist diese dann durch die Zusammenarbeit von Banken, Versicherern und Beratungsgesellschaften. Beispielseise war auch der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) beteiligt.

Von Kritik begleitet

Makler können ihren Betrieb auf die korrekte Normanwendung, also die Gewerbeberatung auf Basis der DIN-Norm 77235, beim Defino Institut zertifizieren lassen. Die Anwendung der Norm ist aber freiwillig. Das ist einer der Punkte, weshalb die Norm kritisiert wird. „Welchen Wert hat ein Standard, der nicht verpflichtend ist?“, fragte zum Beispiel der erfahrene Gewerbemakler Achim Finke. Im Interview mit procontra erklärte er zudem, warum eine standardisierte Beratung in der Gewerbeversicherung aus seiner Sicht nicht sinnvoll ist. Ob er damit Recht hat, werden wohl erst Auswertungen und der Verbreitungsgrad der Norm in den nächsten Jahren zeigen können.  

 

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