Deutsche glauben nicht an zukunftsfähige Rentenreform

Anne Mareile Walter Berater Versicherungen

Wichtig für die Wahlentscheidung, gleichzeitig fehlt das Vertrauen in die Politik: Das Thema Rente spielt vor der Wahl für viele Bundesbürger eine essenzielle Rolle. Dabei zweifelt die Mehrheit eine effektive Reform der gesetzlichen Rente an.

Canada Bild: Adobe Stock/R. Rose

Das Rententhema spielt für viele Deutsche bei der Wahlentscheidung eine wichtige Rolle. An eine zukunftsfähige Reform glauben die meisten aber nicht. Bild: Adobe Stock/R. Rose

In knapp zwei Wochen werden auch die letzten Wählerinnen und Wähler ihre Entscheidung für das Kreuz auf dem Wahlzettel treffen. Für einen Großteil der Deutschen ist dabei ein Thema von großer Bedeutung: die Rente. Wie aus einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstituts Civey im Auftrag des Lebensversicherers Canada Life hervorgeht, empfinden das 61 Prozent von 2.500 Befragten als besonders wichtig. Dabei fällt auf: Je älter die Umfrageteilnehmer waren, umso bedeutender stuften sie das Thema ein. Von den 50- bis 64-Jährigen gaben 67 Prozent an, dass die Rente Einfluss auf ihre Wahlentscheidung nehme.  

Staatliche Unterstützung für zusätzliche Altersvorsorge

Die finanzielle Versorgung im Alter betrachteten die Befragten damit zwar als ein essenzielles politisches Thema, Vertrauen in eine zukunftsfähige Rentenreform haben jedoch nur wenige. 76 Prozent gaben in der Erhebung an, kaum oder gar kein Vertrauen in eine zukunftsfähige Reform zu besitzen. Junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren hatten einen besonders kritischen Blick: 83 Prozent sprachen in puncto Rentenreform der Politik ihr fehlendes Vertrauen aus. Skeptisch zeigte sich auch die arbeitende Bevölkerung, an eine zukunftsfähige Rentenreform glauben 85 Prozent von ihnen nicht.

Trotz der kritischen Sicht sieht eine Mehrheit der Befragten die Hauptverantwortung für die Altersvorsorge beim Staat – 45 Prozent sind der Ansicht, dass der Staat neben der gesetzlichen Rente auch dafür verantwortlich sein solle, wenn zusätzliche Finanzpolster im Alter benötigt werden. 38 Prozent waren hingegen der Meinung, dass für eine zusätzliche Altersvorsorge jeder selbst verantwortlich sei. Auf Eigenverantwortung setzen vor allem die 18- bis 29-Jährigen (51 Prozent) und Studierende (86 Prozent).

Langfristige Investitionen machen sich bezahlt

„Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Menschen intensiv mit dem Thema Rente auseinandersetzen“, sagt Markus Drews, Managing Director von Canada Life Europe. „Für viele ist es ein wahlentscheidendes Thema. Gleichzeitig scheint aber die Verunsicherung groß und das Vertrauen in die Reformfähigkeit der politisch Verantwortlichen stark angeschlagen.“ Dass sich gerade junge Leute in der Verantwortung für ihr lebenslanges Einkommen sehen, sei auf lange Sicht profitabel. Denn: „Besonders in der Altersvorsorge macht sich eine langfristige Investition bezahlt.“

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