bKV: Künstliche Intelligenz gegen Stress im Job

Anne Mareile Walter Berater Versicherungen

In Kooperation mit einem Berliner Gesundheits-Startup betritt die Hallesche neues Terrain: Eine KI-basierte Befragung soll Stressquellen am Arbeitsplatz ausloten und minimieren. Mit der Maßnahme sollen langfristig Gesundheitskosten reduziert werden.

Hallesche Bild: Adobe Stock/Panumas

Um das Stresslevel im Job zu senken und damit Fehlzeiten und Berufsunfähigkeiten vorzubeugen, setzt die Hallesche auf Künstliche Intelligenz. Bild: Adobe Stock/Panumas

Stressquellen und Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz auf ein Minimum reduzieren – dazu soll das KI-basierte Befragungstool von „DearEmployee“ führen. Das Berliner Startup hat nun mit der Halleschen eine Kooperation gestartet, bei der Firmenkunden des Krankenversicherers ein Jahr lang kostenfreien Zugang zu den Leistungen von „DearEmployee“ erhalten. Das Ziel der Zusammenarbeit: Burnout und psychischen Erkrankungen vorzubeugen, die häufig Folge eines erhöhten Stresslevels sind und nicht selten in eine Berufsunfähigkeit münden.

Die psychische Gefährdung messbar machen

Zu diesem Zweck setzt das Berliner Startup auf Künstliche Intelligenz. Mit einer darauf basierenden Mitarbeiterbefragung soll die psychische Gefährdung durch Stress am Arbeitsplatz gemessen werden. Davon ausgehend werden Empfehlungen zur mentalen Gesundheit abgegeben sowie Maßnahmen vorgeschlagen, die vom Arbeitgeber umzusetzen sind. „Mitarbeitermotivation und Arbeitgeberattraktivität“ sollen gesteigert, „Gesundheitskosten reduzieren werden“, heißt es in einem Pressestatement. Wiltrud Pekarek, Vorstandsmitglied der Halleschen, erklärt dazu: „Wir wollen Angebote zur Stärkung der mentalen Gesundheit in der betrieblichen Krankenversicherung verankern.“

Da immer mehr Menschen im Job unter psychischen Belastungen leiden, startete der Krankenversicherer die Kooperation. „Nach den Erfahrungen mit Corona wissen viele Arbeitgeber, dass sie diesbezüglich gefordert sind. Nie war die Unterstützung der psychischen Gesundheit von Teams wichtiger“, macht Wiltrud Pekarek deutlich. Am bkv-Markt wolle man mit dem „DearEmployee“-Angebot überzeugen, das sich an alle im Budgettarif „FEELfree“ versicherten Firmenkunden richtet.

Für den Fall der Fälle schlecht aufgestellt

Die Notwendigkeit der Prävention zeigt sich vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass ein Großteil der Deutschen für den Fall der Fälle schlecht aufgestellt ist. So hält nach einer kürzlich von Swiss Life veröffentlichten Studie mehr als die Hälfte der Beschäftigten eine BU-Absicherung für überflüssig. Und 40 Prozent der Menschen, die eine BU grundsätzlich sinnvoll finden, wollen oder können sich den Schutz nicht leisten. Dabei sind psychische Erkrankungen, die als Hauptursache für eine Berufsunfähigkeit gelten, auch in puncto Fehlzeiten ganz vorne mit dabei: Nach dem Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse, bleiben Arbeitnehmer im Schnitt drei Tage pro Jahr deswegen ihrem Job fern. „Psychische Erkrankungen sind für rund 19 Prozent aller Fehlzeiten verantwortlich, das ist der höchste Wert im Vergleich zu anderen Diagnosen – noch vor Rückenbeschwerden und Erkältungskrankheiten“, sagte Albrecht Wehner, zuständig für die Gesundheitsberichterstattung bei der TK, bei der Vorstellung des Berichts.

Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherer (GDV) existieren aktuell knapp 17 Millionen private BU-Verträge, was rund einem Drittel der bundesweit rund 45 Millionen Erwerbstätigen entspricht. Dies erlaubt allerdings keinen genauen Rückschluss auf die Zahl der versicherten Personen, da einige auch im Besitz mehrerer Policen sein können. Dabei wird laut aktuellen Zahlen der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) rund jeder Vierte wenigstes einmal im Leben berufsunfähig. Im Vergleich zur letzten Studie aus dem Jahr 2000 hätten Frauen bis 40 Jahre ein um 30 Prozent gestiegenes Risiko, ihren Beruf aufgeben zu müssen. 19 Prozent der berufsunfähig erkrankten Personen kehren innerhalb von 24 Monaten wieder in ihren zuletzt ausgeübten Beruf zurück. Für die Statistik wurden Personen ausgewertet, die bereits im Besitz einer privaten BU-Versicherung sind. Das Ergebnis ist daher nicht repräsentativ auf die Bevölkerung übertragbar.

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