Betriebliche BU-Versicherung: In vielen Fällen überwiegen die Vorteile

René Weihrauch Berufsunfähigkeit Berater Versicherungen

Neben bKV und bAV haben Unternehmen mit der betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung eine weitere Möglichkeit, ihre Beschäftigten sozial abzusichern und als Arbeitgeber attraktiv für begehrte Fachkräfte zu sein. Hier die wichtigsten Infos zu Vor- und Nachteilen der betrieblichen BU auf einen Blick.

Betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung Bild: Adobe Stock/auremar

Die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung bietet zahlreiche Vorteile und ermöglicht vielen die Absicherung ihrer Arbeitskraft zu vorteilhaften Konditionen. Allerdings gibt es auch ein paar kritische Punkte. Bild: Adobe Stock/auremar

Eine betriebliche BU-Versicherung kann im Rahmen der bAV auf drei Arten finanziert werden: arbeitgeber- oder arbeitnehmerfinanziert sowie als Mischfinanzierung. Vor allem die rein arbeitgeberfinanzierte Variante wird von Unternehmen gern als Argument im Wettbewerb um gesuchte Fachkräfte genutzt. Beschäftigten bietet sie materiell natürlich die günstigste Lösung.

Doch auch bei den anderen Finanzierungsformen profitieren Arbeitnehmer von Konditionen, die sie mit einer rein privaten BU-Versicherung wahrscheinlich nicht bekommen hätten – etwa durch den weitgehenden Wegfall von Gesundheitsfragen und daraus resultierenden Zuschlägen beziehungsweise Ausschlüssen. Mitarbeitern von Betrieben, in denen hart körperlich gearbeitet wird, kommt dies am ehesten zugute.

Steuervorteile in der Einzahlphase

Doch nicht nur diesen: „Für die große Mehrheit der Beschäftigten überwiegen die Vorteile einer betrieblichen BU-Absicherung“, ist Stefan Opel, Bereichsleiter Leben bei der Gothaer, überzeugt. In einem Beitrag für procontra-online nannte er in diesem Zusammenhang unter anderem steuerliche Vorteile in der Einzahlphase (Beiträge werden nicht wie bei einer privat abgeschlossenen BU-Versicherung aus dem Netto-, sondern aus dem Bruttolohn gezahlt), Arbeitgeberzuschüsse sowie eine vorteilhafte Berufsgruppeneinstufung.

Als Nachteil einer bBU wird häufig auf mögliche Probleme im Fall eines Arbeitgeberwechsels verwiesen. Experten wie Stefan Opel halten dem entgegen, dass beim Durchführungsweg der Direktversicherung – vor allem bei der (mischfinanzierten) Entgeltumwandlung – der Vertrag vom Versicherten privat weitergeführt oder vom neuen Arbeitgeber übernommen werden kann.

Höhere Steuern im Leistungsfall

Ein Nachteil, auf den Maklerinnen und Makler ihre Kunden aufmerksam machen müssen, liegt in der Art der Versteuerung von Leistungen. Bei der betrieblichen BU-Versicherung müssen sie im Falle einer Berufsunfähigkeit voll versteuert werden. Verglichen mit einer privat abgeschlossenen BU-Absicherung fährt der Kunde damit schlechter. Hier wird nämlich nur der Ertragsanteil versteuert. Er bemisst sich nach der voraussichtlichen Restlaufzeit der BU-Rente. „Beträgt sie bei einem 47-Jährigen noch 20 Jahre, müssen lediglich 21 Prozent der Rente versteuert werden“, haben Experten der Plattform www.ihre-vorsorge.de errechnet.

Über einen weiteren Punkt sollten sich Beschäftigte ebenfalls im Klaren sein: „Gesundheitliche Themen, sei es im Antrag oder auch im Leistungsfall, können kaum dem Arbeitgeber gegenüber verschwiegen werden“, erklärt Rechtsanwältin Bettina Glaab. „Nicht jeder Arbeitnehmer ist zu dieser Transparenz bereit, die durchaus auch zu seinem Nachteil sein kann.“

„Der Interessenkonflikt mit dem Chef kann zu einem echten Bumerang werden“, heißt es auch auf ihre-vorsorge.de. Eine gute Wahl könne die bBU aber auf jeden Fall für diejenigen sein, die ansonsten keine BU-Police bekämen oder allenfalls mit Risikozuschlägen oder Ausschlüssen. Tipp der Fachleute: „Alternativ zur betrieblichen BU sollte immer eine private Absicherung angefragt und verglichen werden.“

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