Beamte: Welchen Wert die Zielgruppe für Makler hat

Detlef Pohl Berater Zielgruppenansprache Versicherungen

Beamte sind eine noch vernachlässigte Zielgruppe für unabhängige Vermittler. Welche Branchen und Produkte für erfolgreiche Makler im Blickpunkt stehen und wie die Neukundengewinnung funktioniert, zeigt eine aktuelle Studie.

Polizeibeamte gehören zu den bevorzugten Kunden von unabhängigen Versicherungsvermittlern, die Beamte zu ihrer Zielgruppe zählen. Bild: Pixabay / Rolf Dobberstein

Polizeibeamte gehören zu den bevorzugten Kunden von unabhängigen Versicherungsvermittlern, die Beamte zu ihrer Zielgruppe zählen. Bild: Pixabay / Rolf Dobberstein

Die Corona-Krise hat die Vertriebsstimmung nicht eingetrübt. Aktuell sind 56,7 Prozent der unabhängigen Vermittler zufrieden (09/20: 49,1 Prozent) und 61,4 Prozent fühlen sich motiviert (09/20: 53,6 Prozent). Das mag auch auf den massiv ausgeweiteten Umgang mit digitalen Tools im Arbeitsalltag zurückzuführen sein.

Nach dem durch die Pandemie ausgelösten Stimmungstief im zweiten Quartal 2020 ging es seither wieder stetig bergauf mit Zufriedenheit und Motivation der unabhängigen Vermittler. Das sind Kernaussagen der Studie „AC-Trends III/2021“, die von der der BBG Betriebsberatung stammt und an deren Online-Befragung sich bis Anfang Juli 451 Makler und Mehrfachagenten beteiligt hatten.

Die umsatzstärksten Produkte

Am umsatzstärksten erwiesen sich im zweiten Quartal 2021 diese Produkte (Mehrfachnennungen erlaubt):

  1. Privathaftpflichtversicherung: 69,4 Prozent der Nennungen (Vorjahr: 62,6 Prozent),
  2. Investmentfonds: 66,4 Prozent (Vorjahr: 55,2 Prozent),
  3. Kraftfahrtversicherung: 66,3 Prozent Vorjahr: (61,5 Prozent),
  4. Hausratversicherung: 63,7 Prozent (Vorjahr: 56,9 Prozent),
  5. Vermögensverwaltung: 62 Prozent (Vorjahr: k.A.),
  6. Wohngebäudeversicherung: 60,9 Prozent (Vorjahr: 57,2 Prozent),
  7. Risikolebensversicherung: 57,5 Prozent (Vorjahr: 53,7 Prozent),
  8. BU-Versicherung: 56,9 Prozent (Vorjahr: 47,6 Prozent),
  9. Kredite von Banken: 55,2 Prozent (Vorjahr: 43,9 Prozent),
  10. private Rechtsschutzversicherung: 54,9 Prozent (Vorjahr: 48,7 Prozent).

In einem Sonderteil geht es um die die Meinung von Maklern und Mehrfachagenten zur Zielgruppe der Beamten. Ergebnis: Das Beamtengeschäft wird für die Branche allgemein heute von 16 Prozent der Befragten als relevant empfunden. Für die Zukunft gehen die befragten Vermittler von einer steigenden Relevanz aus: Jeder fünfte Makler (21 Prozent) glaubt, dass das Beamtengeschäft in fünf Jahren relevant ist. Für das eigene Maklerunternehmen liegen die heutigen und künftigen Relevanzwerte jedoch etwas niedriger (11 Prozent bzw. 13 Prozent).

Die relativ geringe Bedeutung hat ihren Grund: Zwar führen 74,4 Prozent der Maklerbetriebe Beamte im Kundenbestand, doch diese machen derzeit nur 10,4 Prozent des Kundenstamms aus. Von den Maklern, die noch keine Beamte als Kunden haben, wollen laut Umfrage auch nur 12,4 Prozent in Zukunft Beamte in Ihren Kundenbestand aufnehmen.

Lehrer und Polizei besonders im Fokus

Innerhalb der Beamtenschaft gibt es für Makler klare Favoriten, denen sie sich in der Beratung widmen. Besonders im Fokus stehen dabei die Zweige „Bildung und Lehre“ (39 Prozent), „Polizei und Kriminaldienst" (31 Prozent) sowie „Allgemeine Verwaltung (22,5 Prozent). Kaum relevant sind dagegen Zoll, Bahndienst, Auswärtiger Dienst, Bundesbank und Wetterdienst mit je weniger als sechs Prozent der Nennungen.

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