Zielgruppe Winzer: Schutz für das Weingut

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procontra: Der Klimawandel könnte sich auch sonst stark auf das Geschäft von Winzern und Co. auswirken. Wie können sich diese hierauf vorbereiten? Ist es sinnvoll, Ernteausfallversicherungen abzuschließen?

Nikki Pahl: Zunächst einmal ist es so, dass die Anbaugebiete in Deutschland bisher sogar teilweise vom Klimawandel profitieren. Die Trauben reifen bei wärmeren Temperaturen sehr gut und es werden Rebsorten angebaut, die es früher nur in Frankreich oder Spanien gab. Betriebe, die heute neue Rebstöcke setzen, wählen vorausschauend immer häufiger auch solche Sorten, die mit weniger Wasser auskommen. Damit wird dem Problem des Ernteausfalls infolge Trockenheit vorgebeugt. Auf der anderen Seite müssen wir in Zukunft mit stärkeren Wetterextremen rechnen, mit mehr Hagel-, Frost-, Sturm- und Starkregenschäden, die auch immer häufiger und stärker Weinbaugebiete treffen werden. Das Land Rheinland-Pfalz sieht diese Entwicklung auch und will Weinbaubetriebe zum Abschluss einer Ernteausfallversicherung motivieren: Betriebe, die eine kombinierte Hagel- und Frostversicherung abschließen, bekommen vom Land bis zu 200 Euro je Hektar erstattet. Policen gegen Hagel, Frost, Sturm, Starkregen, aber auch gegen Trockenheit machen in jedem Fall Sinn und helfen, sich vor den Folgen des Klimawandels zu schützen.    

procontra: Warum konzentrieren Sie sich auf Kunden aus ihrer Region? Schließlich wird mittlerweile in fast jedem deutschen Bundesland Wein angebaut. 

Nikki Pahl: Der Versicherungsschutz für Winzer ist äußerst umfangreich. Als erstes besichtige ich die Weingüter, ermittele mit Hilfe einer Drohne den Wert der Gebäude. Da mir vor allem der persönliche Kontakt mit meinen Kunden wichtig ist, konzentriere ich mich auf die Anbaugebiete Pfalz und Rheinhessen und fahre im Einzelfall auch in benachbarte Anbaugebiete wie an die Nahe, nach Baden oder an die Hessische Bergstraße. Wenn ich noch mehr Regionen hinzunehmen würde, wäre eine kontinuierliche Betreuung vor Ort sowie eine persönliche Unterstützung im Schadenfall nicht mehr gewährleistet.

procontra: Vermutlich ist das auch der Grund, warum Sie die Zahl Ihrer Neukunden pro Jahr auf 20 beschränkt haben? 

Nikki Pahl: Ja, das Kennenlernen, die Besichtigung, die anschließenden Besprechungen mit den Kunden – das alles ist aufwendig und erfordert Zeit. Meist kommen bei einem Weingut zehn bis 20 Verträge zusammen, die allesamt überprüft und eventuell angepasst werden wollen. Weinbaubetriebe werden oft von Familien geführt, da ist Versicherungsschutz aus einer Hand gefragt: Betriebs- und Privathaftpflicht – mehrere Gebäude müssen ebenso versichert werden wie der zugehörige Inhalt und Hausrat. In der Regel kommen dann noch Maschinen, Geräte, Traktoren und Photovoltaikanlagen hinzu. Da summiert sich einiges zusammen. Mit mehr als 20 Neukunden pro Jahr würde die Beratungsqualität leiden und damit auch die Kundenzufriedenheit. Und die steht für mich an oberster Stelle.  

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