Wasserstoff-Aktien: Gelobt und tief gefallen

Investmentfonds Top News von Lilian Fiala

Auch Robert Zeuthen, Fondsmanager des BNY Mobility Innovation Funds bei Mellon, ist überzeugt davon, dass der Trend noch lange nicht zum Halten kommt: „Die Wasserstoffwirtschaft befindet sich noch in einem frühen Stadium der Entwicklung. Dementsprechend ist ein langfristiger Anlagehorizont bei Investitionen in Wasserstoff unerlässlich“, erklärt er. 

Die Umstellung auf Wasserstoff werde sich in den nächsten Jahrzehnten vollziehen, da Investitionen in die Energieinfrastruktur naturgemäß in die Länge gezogen werden.  „Wir gehen davon aus, dass die grundlegenden Fortschritte in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts und darüber hinaus greifbarer werden, wenn sich die politischen Maßnahmen und Investitionen aus Europa, China, Japan und Korea deutlicher bemerkbar machen“, sagt Zeuthen. Gleichzeitig sieht er in der kürzlich vorgeschlagenen EU-Klimagesetzgebung einen weiteren Beweis dafür, dass nachhaltige Lösungen wie Wasserstoff eine wichtige Rolle bei der Mobilitätsinnovation spielen und der Weltwirtschaft helfen können, sich auf eine grünere Zukunft einzustellen. 

Doch auf welche Titel sollten Berater nun setzen, wenn ihre Kunden langfristig von dem Trend profitieren sollen? „Grüner Wasserstoff könnte als Einsatzstoff oder als alternative Energiequelle in einer Vielzahl von Industrien dienen“, sagt Aanand Venkatramanan. Dazu gehören etwa Düngemittelhersteller oder Stahlproduzenten bis hin zu Mobilitätsanbietern. „Daher ist es wichtig, ein diversifiziertes Engagement in Unternehmen aufzubauen, die von diesen breiten Wachstumstreibern profitieren werden, während es gleichzeitig noch wichtiger ist, ein Engagement in den technologischen Enablern und Innovatoren zu suchen.“ Hierzu zählen etwa Hersteller von Elektrolyseuren, Brennstoffzellen und anderen kritischen Komponenten.

Fest steht: Geduld ist gefragt, und eine gewisse Risikobereitschaft. Bei den Unternehmen zählt neben dem Geschäftsmodell vor allem das Zukunftspotenzial. Umsatzstark ist keines der Unternehmen, mit Ausnahme von Air Liquide und Linde Praxair. Die Spezialisten beliefern Unternehmen in aller Welt mit Sauerstoff, Wasserstoff und anderen Gasen. Analysten empfehlen beide Titel derzeit mehrheitlich zum Kauf, Investoren haben hier den Vorteil, dass die Konzerne relativ breit aufgestellt und bereits global etabliert und vernetzt sind. Nichtdestotrotz bleiben Hersteller von Elektrolyseuren wie Ballard Power, Nel Asa und Powercell fürs erste relevante Player in der Wasserstoffindustrie.

Welches Unternehmen sich langfristig am Markt durchsetzen, lässt sich kaum vorhersagen – und es wird wohl auch noch einige Jahre dauern, bis sich ein klares Bild abzeichnet. Berater legen ihren Kunden daher am besten eine Mischkalkulation ans Herz.

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