Voller Versicherungsschutz auch für Ungeimpfte

Florian Burghardt Berater Versicherungen Top News

Auch absichtlich Ungeimpfte können in der Lebensversicherung und der privaten Krankenversicherung mit dem vollen Versicherungsschutz rechnen. Sollte eine Impfpflicht kommen, könnte sich aber auch das Leistungsverhalten der Anbieter ändern.

Sollte jeder nach einer schweren Corona-Erkrankung vollen Versicherungsschutz genießen, auch wenn eine mögliche Impfung vorher abgelehnt wurde und dadurch erhöhte Kosten für die Versichertengemeinschaft entstanden sind? Bild: Adobe Stock/Satjawat

Sollte jeder nach einer schweren Corona-Erkrankung vollen Versicherungsschutz genießen, auch wenn eine mögliche Impfung vorher abgelehnt wurde und dadurch erhöhte Kosten für die Versichertengemeinschaft entstanden sind? Bild: Adobe Stock/Satjawat

Derzeit gibt es in Deutschland keine Pflicht zur Impfung gegen Covid-19. Das könnte sich aber nach der Bundestagswahl ändern. Zumindest für bestimmte Berufsgruppen schließt Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock eine mögliche Impflicht nicht aus. Im aktuellen ARD-Sommerinterview sprach sie davon als Alternative zum harten Lockdown.

Und wie sehen das die Versicherer? Viele Unternehmen servieren ihren Mitarbeitern durch selbst organisierte Impfaktionen direkt im Büro die Immunisierung auf dem Silbertablett, betonen dabei jedoch die Freiwilligkeit des Angebots. Gilt diese Entscheidungsfreiheit auch für die Versicherungsnehmer oder müssen sie mit Einschränkungen bei ihrem Versicherungsschutz rechnen, wenn sie sich gegen eine Corona-Schutzimpfung entscheiden?

Voller BU-Schutz für freiwillig Ungeimpfte?

procontra hat bei einigen großen und unter Maklern beliebten Versicherern nachgefragt: Planen diese eine Kürzung oder Ablehnung der Leistung, wenn beispielsweise ein Versicherter in Folge einer Corona-Erkrankung berufsunfähig wird, er aber eine vor der Erkrankung mögliche Impfung abgelehnt hat? Darauf lauten alle eingegangenen Antworten der Befragten: Nein. So schreibt beispielsweise die R+V:

"In Deutschland besteht hinsichtlich Corona-Impfungen aktuell keine Impfpflicht. Wir vertreten zum aktuellen Zeitpunkt folgenden Standpunkt: Es handelt sich bei den aktuellen Corona-Impfungen um sogenannte Schutzimpfungen, welche wir mit einer vorsorgenden Behandlung gleichsetzen. Gleiches gilt auch für alle sonstigen Schutzimpfungen, wie beispielsweise gegen Grippe oder Tetanus."

Für andere biometrische Risikoversicherungen ist die Antwort die gleiche. Aus der Unternehmenskommunikation der Allianz Deutschland heißt es dazu: „Sich impfen zu lassen – gegen Corona aber auch gegen andere Infektionskrankheiten – ist zudem keine eingeforderte Mitwirkungspflicht im Sinne der Allgemeinen Versicherungsbedingungen. Das heißt: wer sich nicht impfen lässt, und dann an Covid-19 verstirbt oder folgenschwer erkrankt, erhält trotzdem Leistungen, zum Beispiel aus der Risikolebensversicherung oder einer Erwerbsunfähigkeits- oder Grundfähigkeitsversicherung.“

Zwar haben nur wenige der befragten Versicherer ihre Antworten begründet, für die BU-, EU-, Grundfähigkeits-, Risikoleben- und Dread-Disease-Versicherung bestätigten aber alle, dass es aktuell keine Überlegungen oder Planungen hinsichtlich Leistungskürzungen oder -ablehnungen gebe.

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