So blicken Versicherer in die Zukunft

Anne Mareile Walter Versicherungen

Laut einer aktuellen Befragung ist die Stimmung der deutschen Versicherer trotz Corona positiv: Vor allem Digitalisierung und Nachhaltigkeit gelten als wichtige Zukunftsthemen.

Versicherer Bild: Adobe Stock/ipopba

Versicherer setzen jetzt vor allem auf die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. So wollen sie an das Wachstum der Vorkrisenzeit angeknüpfen. Bild: Adobe Stock/ipopba

Trotz Corona-Krise blicken die deutschen Versicherer aktuell positiv in die Zukunft und setzen dabei vor allem auf die Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Dies ergab eine Befragung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) unter 112 Führungskräften. 54 Prozent von ihnen sind so optimistisch, dass sie davon ausgehen, dass sich in den kommenden sechs Monaten die Geschäftslage verbessern wird. Nur jeder sechste Befragte ist dagegen von einer negativen Entwicklung überzeugt.   

Die Zuversicht der Branche steigt

„Angesichts der Impffortschritte und Lockerungen von Lockdown-Maßnahmen steigt die Zuversicht der Branche“, fasste Mathias Röcker, Insurance Leader bei PwC Deutschland, die Ergebnisse der Umfrage zusammen. Versicherer würden sich jetzt stärker auf die Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung fokussieren, damit sie nach der Pandemie „an ihr starkes Wachstum der Vorkrisenzeit anknüpfen“ können. Als wichtigstes Thema der Branche sehen 61 Prozent der Befragten die digitale Neuausrichtung von Prozessen, beispielsweise beim Schadenmanagement. In der Realität gibt es in puncto Digitalisierung jedoch noch einige Lücken: Als „gut“ bewerten nur 60 Prozent der Führungskräfte den Umgang mit neuen Technologien in ihrem Haus.  

 

Auch das Potential, das beispielsweise bei der Bewertung von Risiken oder bei der Schadenregulierung im Einsatz von Künstlicher Intelligenz schlummert, wird laut Befragung aktuell verhältnismäßig wenig genutzt: 54 Prozent sehen ihr Unternehmen beim Thema Künstliche Intelligenz schlecht oder sogar sehr schlecht aufgestellt. Lediglich 34 Prozent sehen sich gut aufgestellt.

Weitaus positiver schätzen sich die Versicherer hingegen in folgenden Gebieten ein: Compliance (98 Prozent), Kapitalstärke (91 Prozent), Wachstum (84 Prozent) und Nachhaltigkeit (78 Prozent). Mit Fusionen und Übernahmen (14 Prozent) oder mit Startup-Kooperationen (13 Prozent) beschäftigt sich die Branche hingegen kaum.  

Als größte Risiken der Branche bewerteten 47 Prozent der Führungskräfte hohe Kapazitäten und niedrige Anlagerenditen infolge des anhaltenden Zinstiefs. 43 Prozent bereitet hingegen die Tatsache Sorge, dass künftig ein Mangel an qualifizierten Mitarbeitern herrschen könnte.