Neodigital knackt Marke von 300.000 Kunden

Martin Thaler Versicherungen Digital

In acht Monaten haben die Saarländer nach eigenen Angaben über 100.000 Neukunden dazugewonnen. In Zukunft soll das Sortiment um weitere Versicherungen erweitert werden.

Stephen Voss Bild: Neodigital

Vermeldet ein hohes Kundenwachstum: Neodigital-Gründer und Vertriebsvorstand Stephen Voss. Bild: Neodigital

Zum Jahreswechsel hatte Neodigital noch 200.000 Kunden gemeldet, nun hat der saarländische Versicherer eigenen Angaben zufolge die 300.000er-Schwelle überwunden. Innerhalb von acht Monaten habe man weitere 100.000 Kunden hinzugewinnen können, teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit, die vor Selbstbewusstsein strotzt. „Ein Ende des Wachstums ist derzeit nicht in Sicht“, heißt es hier. Monat um Monat würde man Neukunden im fünfstelligen Bereich für sich gewinnen.  

Welche Produkte seitens der Kunden besonders nachgefragt werden, geht aus der Meldung nicht hervor. Derzeit vertreiben die Saarländer Haftpflicht-, Hausrat-, Unfall und seit Anfang des Jahres auch Wohngebäudeversicherungen. Weitere Produkte wie die Kfz- sowie Rechtsschutzversicherungen sollen noch in diesem Jahr beim 2017 gegründeten Versicherer ins Sortiment genommen werden.  

Auch die Corona-Krise konnte das starke Wachstum von Neodigital offenbar nicht bremsen. Im Gegenteil: Die Krise scheint das Geschäftsmodell – wie auch bei der Konkurrenz – befeuert zu haben. Laut aktuellem Insurtech-Radar der Strategieberatung Oliver Wyman, des Insurtech-Experten Nikolai Dördrechter und des Zweitmarkthändlers Policen Direkt konnte ein Viertel aller B2C-Insurtechs, die sich also direkt an den Endkunden richten, ihre Kundenanzahl in den vergangenen 18 Monaten um mehr als 50 Prozent steigern.

Finanzielle Rückendeckung

Nicht alle Unternehmen sind allerdings so freizügig, wenn es darum geht, konkrete Kundenzahlen zu veröffentlichen. Im Juni dieses Jahres gab der Heidelberger Neo-Versicherer Getsafe bekannt, mittlerweile über 200.000 Kunden zu verfügen. Beim Münchener Krankenversicherer Ottonova sind es hingegen nur knapp 5.000 (Stand Ende 2019).  

Ob Neodigital das rasante Kundenwachstum beibehalten kann, bleibt abzuwarten. Genug finanzielle Rückendeckung um das Wachstum am Laufen zu halten, sollte zur Verfügung stehen. So gehört beispielsweise Carsten Maschmeyer über seine Risikokapitalfirma Alstin Capital zu den Investoren. Im vergangenen November vermeldete das Unternehmen zudem eine Kapitalerhöhung in zweistelliger Millionenhöhe. Profitabel arbeitete das Unternehmen bislang noch nicht: Für 2020 meldeten die Saarländer einen versicherungstechnischen Verlust von 3,5 Millionen Euro, der Nettoverlust summierte sich auf 9,2 Millionen Euro.

Im Gegensatz zu anderen Neo-Versicherern setzt Neodigital nicht allein auf den Direktvertrieb, sondern vertreibt seine Policen auch über den Maklerkanal. Kooperationen bestehen unter anderem mit den Maklerpools Qualitypool, Netfonds, BCA und Fonds Finanz. Zudem bietet Neodigital seine Policen als White-Label-Option an.

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