Klimawandel verändert Risikobewusstsein

Anne Mareile Walter Berater Versicherungen

Nachhaltigkeit wird für immer mehr Menschen auch aufgrund der jüngsten Naturkatastrophe ein relevanterer Faktor. Vor allem Frauen fordern Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften häufiger von ihren Versicherern ein.

Klima Bild: Adobe Stock/proslgn

Frauen legen mehr Wert auf grünen Versicherungsschutz als Männer. Sie achten beim Abschluss von Policen verstärkt darauf, wie nachhaltig die jeweiligen Versicherer handeln. Bild: Adobe Stock/proslgn

Mit dem auch in Deutschland immer spürbarer werdenden Klimawandel verändert sich das Risikobewusstsein vieler Menschen. Eine Entwicklung, die Auswirkungen auf die Wahl von Versicherungen hat: Vielen potenziellen Kunden wird ein nachhaltiges Handeln der Branche immer wichtiger. Vor allem Frauen setzen beim Abschluss von Policen auf den „Faktor grün“. Dies geht aus einer aktuellen Studie des Versicherungsmanagers Clark und des Marktforschungsinstituts YouGov hervor, bei der im Juni dieses Jahres – und damit noch vor den verheerenden Überschwemmungen vor allem im Westen Deutschlands – 1.018 Personen befragt wurden.

Mit 52 Prozent waren mehr als die Hälfte der Befragten die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz „wichtig“. 32 Prozent gaben hingegen an, dass es ihnen „eher unwichtig“ sei, ob ein Versicherer nachhaltig handelt oder Regeln zum Umweltschutz beachtet. Auffällig ist dabei: Die männlichen und weiblichen Studienteilnehmer unterscheiden sich in dem Punkt voneinander. So spielt für 56 Prozent der Frauen Nachhaltigkeit bei der Wahl einer Versicherung eine bedeutende Rolle, aber nur für 48 Prozent der Männer. Dies wird auch bei der umgekehrten Fragestellung deutlich: 40 Prozent der männlichen Studienteilnehmer finden grünen Versicherungsschutz unwichtig, bei den weiblichen Befragten sind es nur 24 Prozent.

361 Milliarden Euro waren Ende Juni in nachhaltige Fonds investiert

Vor diesem Hintergrund ordnet Clark-COO Marco Adelt die Ereignisse der vergangenen Wochen als folgenreich ein: „Dass der Klimawandel Auswirkungen auf die Risikowahrnehmung und den Versicherungsschutz jedes einzelnen hat, zeigten zuletzt die schweren Überschwemmungen im Westen und Süden Deutschlands."

Schon vor der Flutkatastrophe zeichnete sich der Trend zu einem stärkeren Nachhaltigkeitsbedürfnis vieler Menschen ab. Laut einer aktuellen Hochrechnung des Fondsverbands BVI verzeichnen nachhaltige Fonds weiterhin starke Mittelzuflüsse – insgesamt 361 Milliarden Euro waren Ende Juni in Deutschland in diese investiert. 251 Milliarden Euro entfallen dabei auf Publikumsfonds. Im Durchschnitt hat jeder Deutsche somit 4.500 Euro mehr oder weniger nachhaltig investiert.

Auch die Versicherungsbranche reagiert auf das neue "grüne" Grundbedürfnis der Menschen und bietet verstärkt nachhaltig ausgerichtete Produkte an – mittlerweile auch im Gewerbebereich. Schließlich zeigen Umfragen: Viele Deutschen wollen in Zukunft gezielt nachhaltige Versicherungsprodukte kaufen. Vor allem jüngere Leute werten den Faktor Nachhaltigkeit hoch: Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts sind dies bei den Unter-30-Jährigen über 80 Prozent. 

Auch für Makler wird das Thema folglich immer wichtiger. Weiterbildungsanbieter wie die Deutsche Maklerakademie oder die Greensurance-Stiftung bieten deshalb gezielt Schulungen zum Thema an, um Vermittler zu der Vielzahl von Nachhaltigkeits-Ansätzen und -Lösungen fortzubilden.

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